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Quam will UMTS-Geld vom Bund zurück

22.01.2003 | 11:26 Uhr |

Der gescheiterte Mobilfunkanbieter Quam will sich vom Staat mehr als eine Milliarde Euro Steuern aus der Ersteigerung der UMTS-Lizenz zurückholen. Quam wolle eine Erstattung der Umsatzsteuer erreichen, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in München und bestätigte damit einen Bericht des Wirtschaftsmagazins "DMEuro". Im Dezember habe das Unternehmen bei der Regulierungsbehörde eine Rechnung angefordert, in der die Kosten für die Lizenz und die Umsatzsteuer separat aufgeführt sind. Bislang habe die Behörde aber nicht reagiert. Ein Sprecher der Regulierungsbehörde bestätigte am Dienstag in Bonn den Eingang eines entsprechenden Schreibens von Quam. Auch ein weiteres Schreiben gleichen Inhalts von einem anderen Unternehmen sei eingegangen. Den Namen dieses zweiten Unternehmens nannte der Sprecher nicht. Beide verlangten eine Rechnung für die UMTS-Lizenzen mit ausgewiesener Umsatzsteuer. Der Behörde wisse aber nicht, ob der Vorgang umsatzsteuerpflichtig sei oder nicht, sagte der Sprecher. Er verwies an das Finanzamt Bonn, das eine entsprechende Prüfung vorgenommen habe. Da das Ergebnis der Prüfung nicht bekannt sei, könne die Regulierungsbehörde dazu auch keine Stellung nehmen. Quam ist die Marke des spanisch-finnischen Konsortiums Group3G, die sich im August 2000 neben D1, D2 Vodafone, E-Plus, Viag Interkom und MobilCom für mehr als 8 Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz ersteigert hatte. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen das operative Geschäft mangels Erfolgsaussichten eingestellt, die Lizenz aber behalten. Bei der Versteigerung der Lizenzen war die Behörde dem Bericht zufolge davon ausgegangen, dass keine Umsatzsteuer anfallen würde. Die Frage sei aber noch nicht abschließend entschieden. Wenn Quam sich durchsetzt, könnten die sechs Lizenznehmer dem Magazin zufolge mit einer Vorsteuer-Erstattung von knapp sieben Milliarden Euro rechnen. dpa

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