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Quark reagiert auf Indesign

28.05.1999 | 00:00 Uhr |

Die Firma Quark, Hersteller des Layoutprogramms Xpress, reagiert auf die Herausforderung durch die Firma Adobe. Nachdem Adobe im Frühjahr auf der Seybold Publishing Conference das Konkurrenzprodukt Indesign ankündigte, gab Quarks zuständiger Produkt-Manager Don Lohse gegenüber Macwelt nun erste Einblicke in die Weiterentwicklung des hauseigenen Produktes. Danach können Quark-Anwender noch in diesem Jahr mit einem Update rechnen, auf Xpress 5 müssen sie noch mindestens bis Anfang nächsten Jahres warten. Wer sich dann das Update besorgt, benötigt einen Power Mac und Mac-OS 8, denn 68K-Rechner und System 7 werden von der neuen Version nicht mehr unterstützt. Auch andere Hersteller wie beispielsweise Adobe haben diesen Schritt schon vollzogen. Wer trotzdem noch Xpress auf älteren Rechnern einsetzen will oder muß, wird jedoch nicht ohne Lösung dastehen, denn Xpress 4 soll noch eine Zeitlang neben Xpress 5 im Angebot bleiben.

In der Zeit bis zum Erscheinen von Xpress 5 spendiert Quark noch ein Update für Xpress 4, das für den Sommer zu erwarten ist. Wichtigstes Merkmal ist die Unterstützung von PDF. Man kann hochauflösende PDFs in Xpress plazieren und Xpress-Dokumente in das PDF-Format umwandeln, allerdings unter Zuhilfenahme von Acrobat Distiller. Nichts ändern wird sich an der Tatsache, daß in einer mit Quark erzeugten Composite-PDF-Datei keine Überfüllungen enthalten sind. Durch die erforderliche Kompatibilität von Xpress zu älteren Ausgabegeräten mit Postscript Level 1 und 2 verwendet Xpress nach Aussage von Quark Postscript-Befehle, die Acrobat Distiller nicht interpretiert. Zu den anderen Veränderungen im Update schweigt sich der Hersteller noch aus.

Neue Funktionen in Xpress 5

Die wichtigsten Neuerungen in Xpress 5 sind ein Tabellenwerkzeug, Ebenen, erweiterte Skiptfähigkeit, HTML-Export sowie die integrierte Unterstützung des PDF-Formats und des Industriestandards für das Farbmanagement. Mit dem Tabellenwerkzeug wird es unter anderem möglich sein, Zellen zusammenzufassen, zu drehen und entweder Text oder Bilder in Zellen einzufügen. Auch Excel-Dokumente sollen sich importieren lassen. Die Ebenen wird man wie aus anderen Programmen gewohnt ein- und ausblenden, in der Reihenfolge verschieben, schützen sowie als nichtdruckend markieren können.

Xpress 5 wandelt Dokumente direkt in das PDF-Format um, ohne den Distiller zur Hilfe zu nehmen. Dadurch lassen sich auch Xpress-eigene Optionen in das PDF-Format übersetzen. Als Standards unterstützt Xpress 5 PDF 1.3 und Postscript 3, was auch die Integration des Programms in PDF-basierte Produktionssysteme wie Agfa Apogee möglich macht.

Für den HTML-Export wird es zwei Optionen geben. Die erste ist dazu gedacht, eine Xpress-Seite komplett in ein HTML-Dokument zu überführen, die andere macht es möglich, nur Teile eines Dokuments in ein HTML-kompatibles Format zu übersetzen. Hierzu setzt Quark die Sturkturierungssprache XML (Extensible Markup Language) ein. Die auf diese Weise exportierten Elemente lassen sich in einem HTML-Editor weiterverwenden. Quark wird die Unterstützung von Applescript ausweiten, die Funktionen sollen jedoch nicht mehr wie bisher in das Programm integriert sein, sondern als externes Modul zur Verfügung stehen. Damit will Quark die Anpassung an neue Systemfunktionen erleichtern. Auch die Windows-Version von Xpress 5 wird im selben Umfang wie die Mac-Version skriptfähig sein.

Xpress-Varianten

Um sich neue Märkte zu erschließen, setzt Quark auf Varianten des Layoutprogramms für Spezialeinsätze. Die erste Lösung ist Wrapture, die sich an Verpackungsdesigner wendet. Wrapture verwendet Xpress-Programmcode, präsentiert sich dem Anwender mit der gewohnten Oberfläche und fügt speziell für das Verpackungsdesign wichtige Elemente hinzu. So kann man Strukturdaten aus einem CAD-Programm importieren, Hilfslinien in jedem beliebigen Winkel anlegen oder vorhandene Bézierlinien in Hilfslinien umwandeln, die Seiten in 90-Grad-Schritten drehen sowie das Design als 3D-Modell rendern und exportieren (beispielsweise als Quicktime VR) und ausdrucken. Damit ist die ständige Kontrolle des Designs am 3D-Modell möglich. Weitere Produkte für vertikale Märkte sind momentan noch nicht in der Entwicklung, Quark befindet sich jedoch in der Definitionsphase für mögliche Anwendungen.

Thomas Armbrüster/sh

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