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Quicktime 6 und die Lizenz

16.07.2002 | 12:15 Uhr |

Zum ersten Tag der Macworld Expo, die mit einer Reihe von Seminaren gestern in New York begann, hat Apple die neue Fassung seiner Multimediasoftware Quicktime veröffentlichten können.

München/Macwelt - Die gute Nachricht: Quicktime 6 ist endlich zu haben . Die schlechte Nachricht: Apple verlangt für die Pro-Lizenz erneut zwischen 40 und 42 Euro (55 Franken).
Kurz vor dem offiziellen Beginn der Macworld Expo in New York gab Apple in der Nacht von Montag auf Dienstag die lange angekündigte Version 6 von Quicktime frei. Allerdings ist der Download des rund 20 MB großen Installationsprogramms momentan ein Geduldsspiel, die Server von Apple sind überlastet. Wie bisher ist die Abspielsoftware kostenlos, wer allerdings Filme vom Internet-Browser aus auf die Festplatte sichern will oder die Import- und Exportfunktionen von Quicktime Player haben will, braucht die Pro-Lizenz.
Mit diesen Lizenzgebühren will Apple einne Teil der Kosten wieder reinholen, die das Unternehmen selbst für die MPEG-4-Lizenz bezahlen muss. Rund 2 Millionen Dollar verlangt das zuständige Lizenzkonsortium (http://www.mpegla.com/) für diese Lizenz. Die Einigung auf diese Gebühr ist das Ergebnis monatelanger Gespräche, zuletzt auf einer Sitzung von MPEG LA vom 25. und 26 Juni 2002.

50 000 Downloads sind pro Jahr kostenlos


Die Absprache von Ende Juni enthält neben der Einigung auf die schon erwähnten Lizenzgebühren für Apple (als Anbieter der MPEG-4-Software), drei weitere Abschnitte, die darlegen, was die Anbieter von MPEG-4-Filmen zu zahlen haben: Große Firmen können sich beim Transfer von MPEG-4-Filmen über Internet mit einer Gebühr von einer Million Dollar pro Jahr freikaufen, damit entfallen alle weitere Auflagen oder Kontrollen.
Wer diesen Pauschalbetrag nicht zahlen will oder kann, muss 0,25 Dollar pro Download respektive pro Stream (= Zuschauer bei einer Live-Übertragung) an MPEG LA überweisen. Praktischerweise sind allerdings die ersten 50 000 Downloads/Streams pro Jahr kostenlos, erst für jeden weiteren Download/Stream fallen die Gebühren an. Wie die Zählung und die Gebührenkontrolle genau erfolgt, ist bisher noch offen .

JPEG 2000 nur für Mac-OS X


Aufmerksame Leser der Installationshinweise finden bei Quicktime 6 noch einen weiteren Wermutstropfen: Die platzsparende Komprimierung von Einzelbildern mit dem Verfahren JPEG 2000 gibt es nur unter Mac-OS X. Unter Mac-OS 8.6/9 oder Windows fehlt diese Exportmöglichkeit.
Mehr zu Quicktime 6 gibt es unter anderem in der aktuellen Macwelt 8/2002, Seite 18ff.
Walter Mehl

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