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Quicktime Live!: Apple stellt Quicktime 5 vor

11.10.2000 | 00:00 Uhr |

Anderthalb Jahre nachdem Apple Quicktime 4 vorgestellt hat, bringt der Mac-Hersteller nun die neue Version seiner Multimedia-Software heraus.

Wie allgemein erwartet, hat Apple auf der Quicktime-Live-Konferenz die nächste Version des kleinen Helferleins vorgestellt. Eine US-Vorabversion der Software steht seit den frühen Abendstunden des 10. Oktober auf den Internet-Seiten von Apple. Bei der Demo von Phil Schiller, Apple Vice President Marketing, und Rhonda Stratton, Quicktime Produktmarketing, ging zwar einiges schief, doch immerhin nannten die beiden einige Eckpunkte bei der Weiterentwicklung: Quicktime Player bekommt ein neues Gesicht, das wiederum ganz in grau gehalten ist, doch die Fehlkonstruktionen wie das "Drehrad" als Lautstärkeregler und die "Schublade" für die Schnellauswahl von Dateien sind verschwunden, an deren Stelle findet man künftig einen Schieberegler beziehungsweise eine Einblendung im Monitorfenster des Abspielprogramms. Auch die Regler für Stereobalance, sowie Bass- und Höhenregler sind in Quicktime 5 direkt sichtbar.

Noch etwas vage waren die Aussagen zu einer Erweiterung der Export- und Importmöglichkeiten. Phil Schiller wollte weder bestätigen, dass Quicktime Pro, die 40 Dollar teuere erweiterte Version von Quicktime, künftig MP3-Dateien erzeugen kann, noch dass Apple die Lizenzen für MPEG-2-Videos erworben hat. "Beide Dinge sind in Planung, doch unsere Anwälte müssen noch einige Details klären", so Phil Schiller in seiner Eröffnungsrede. Als gesichert gilt dagegen, dass man künftig Flash-4-Dateien, dem De-facto-Standard für Vektordateien und -animationen im Internet, in Quicktime übernehmen kann. Detailverbesserungen vermeldet Schiller außerdem beim DV-Modul, das entsprechende Digitalvideos künftig schneller und in höherer Qualität auf den Monitor oder den Rekorder bringt. MPEG-1-Dateien lassen sich mit Quicktime 5 respektive dem erweiterten Quicktime Streaming Server 3 live über Internet versenden, Shoutcast-Dateien (Internet-Radio) lassen sich zumindest im Player abspielen. Mit im Paket ist auch die neue Version der Sorenson-Software, die Videofilme auf Internet-angepasste Maße reduziert. Quicktime VR, das Panorama-Modul der Software, kann künftig nicht nur zylinderförmige Panoramen auf den Bildschirm bringen, sondern erweitert diese 3D-Welt um Boden und Decke und läuft deshalb unter dem Namen Cubic VR (auf Deutsch etwa "3D-Würfel"). Damit kann man die Blickrichtung künftig frei um 360 Grad auf allen Raumachsen bewegen, ohne an Grenzen zu stoßen.

Die zwei offensichtlichsten Verbesserungen nannte Schiller am Ende seiner Rede: Ein verbesserter Datenpuffer soll die Darstellung von Filmen aus dem Internet so weit verbessern, dass auch mittelfristige Kommunikationsprobleme nicht zu Aussetzern führen. In einer Demonstration unterbrach Schiller für ganze 15 Sekunden die Leitung, ohne dass das laufende Video zum Stehen kam. Ähnlich angenehm wirkt eine neue Hotpick-Funktion, die jeden Tag die aktuellen Neuheiten im Quicktime-Format auf Wunsch im Quicktime Player anzeigt. Außerdem soll die Version 2 der Videoschnittsoftware Final Cut Pro die Verarbeitung der Filme in Echtzeit möglich machen, eine kleine Demo dazu musste aber wegen noch nicht behobener Fehler in der Software abgebrochen werden.

Info: Apple, Internet: /www.apple.com/quicktime/preview/

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