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RIIA zufrieden mit Apple

25.07.2002 | 12:42 Uhr |

Die US-Musikindustrie hat Apple wegen des iPods ausdrücklich gelobt. Der Mac-Hersteller mache das Raubkopieren geschützter Titel unpopulär.

München/Macwelt - Lob von ungewohnter Seite bekam jetzt Apples CEO Steve Jobs. Die bei vielen MP3-Fans nicht gerade geliebte RIIA lobte Apple ausdrücklich für seine Bemühungen um Copyright-Rechte. Apple sei einer der wenigen Computerhersteller, der sich um eine rechtlich korrekte Musiknutzung und Techniken für den Musikkauf per Internet bemüht habe. Wie Hilary Rosen, Chef der RIIA CNN gegenüber mitteilte, hat die Musikindustrie auch Apples Motto "don't steal music" überzeugt, das der Computerhersteller in fast allen Werbekampagnen untergebracht hatte. Laut CNN hat Steve Jobs seine Schritt kürzlich damit begründet, dass Apple als "einer von zwei" Betriebssystemherstellern für den Massenmarkt selbst geistiges Eigentum besitze, das man schützen müsse.
Auch den iPod sieht die Musikindustrie offenbar nicht als Gefahr. Da der MP3-Player von sich aus nur mit der iTunes-Bibliothek seines Besitzers arbeitet, gilt er nicht als "piracy shuttle", also Tauschmedium. Zwar gibt es dank einiger Sharewareautoren die Möglichkeit, auch MP3s von Freunden zu "leihen", aber das geschieht ohne Zutun Apples.
Dieses Lob kommt zu einer Zeit in der die amerikanischen Plattenfirmen eine großen juristischen Schlag gegen die MP3-Tauschbörsen im Internet führen. So sieht ein Gesetzesvorschlag des Senators Ernest Hollings die Einführung von Kopierschutzmechanismen in allen Abspielgeräten vor, inklusive Computern. Noch härtere Maßnahmen verlangen die Senatoren Berman und Coble. Wird ihr Gesetzesvorschlag angenommen, könnten die Vertreter der Film- oder Musikindustrie nicht nur mit Hackern MP3- und Film-Tauschbörsen außer Betrieb setzen, sondern auch mit zerstörerischen Viren die Computer von Tauschern außer Betrieb setzen, etwa seine Festplatte löschen. Offenbar werden von der Industrie bereits seit einiger Zeit Tauschbörsen mit defekten MP3s gefüllt.
Noch vor einiger Zeit hatte Apple die Musikindustrie mit dem Slogan "Rip, Mix, Burn" verärgert. Walt Disney-Chef Eisner etwa sah darin eine Aufforderung zu Diebstahl. Steve Jobs zufolge sei das Brennen von CDs zu Unrecht in den Ruf des Illegalen geraten. CD-Brennen bedeute vor allem das individuelle Zusammenstellen von eigenen, rechtmäßig gekauften Songs. Für ein völliges Verbot des illegalen Musiktausches sei es bereits zu spät, ein einziger Dieb reiche aus um das ganze Internet mit raubkopierter Musik zu versorgen. Bisher habe ein Kunde auch nie die Gelegenheit gehabt, Musik im Internet rechtmäßig zu erwerben. Um, so Jobs, ehrliche Menschen ehrlich zu lassen, müsse man ihnen die Gelegenheit geben über kostenpflichtige Angebot Musik einfacher und bequemer zu bekommen als über kostenlose Internet-Angebote.

Stephan Wiesend

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