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iPhone erobert Blackberry-Heimat Kanada

26.03.2012 | 06:52 Uhr |

In 2011 wurden ein Drittel mehr iPhones als Blackberrys in Kanada verkauft. RIM hofft, den Trend wieder umzukehren und setzt ab Ende 2010 auf ein überarbeitetes Betriebssystem.

Blackberry 9800 Torch
Vergrößern Blackberry 9800 Torch

Die Serie von schlechten Nachrichten für den Blackberry-Hersteller RIM (Research in Motion) hält an. Zum ersten Mal seit der Einführung in 2007 verkaufte Apple in einem Jahr mehr iPhones als RIM Blackberrys. In 2011 gingen in Kanada 2,85 Millionen iPhones über die Ladentheke, während der Verkauf von Smartphones durch RIM nur 2,08 Millionen zählte, berichteten die Analysten von IDC und Bloomberg . Der Trend zum bevorzugten Griff zum iPhone nahm seit Jahren zu. In 2008 wurden pro iPhone noch fünf Blackberrys verkauft, aber in 2010 schrumpfte RIMs Vorsprung auf 500.000 Geräten gegenüber Apple, bestätigte Bloomberg.

Kanadier sind konservative Kunden und bevorzugen in der Regel eigene Marken. Aber der absehbare Trend in Kanada scheint nun dem in der USA und Europe zu folgen: die Anwender sind wohlhabend genug, um sich jedes Smartphone leisten zu können und zahlen gerne den Aufpreis, wenn es auf anderen Plattformen mehr Auswahl an Apps gibt, Gewinner sind dann statt dem Blackberry das iPhone und Android-basierte Smartphones .

Auch bei der Hardware-Entwicklung konnte RIM in den letzten Jahren nicht mithalten. Während Apple von Benutzeroberfläche bis Retina-Auflösung und Kamera den Markt überrollte, bieten die meisten Blackberrys immer noch eine feste Tastatur. Die wenigen Touchscreen-Modelle, wie zum Beispiel Torch 9810 und Storm 2 , erreichten nie den Beliebtheitsgrad wie die Smartphons von HTC, Samsung oder Apple. Aber ein Trost bleibt für RIM: Nord-Amerika und Europe setzen bevorzugt auf Smartphones der Konkurrenz, aber in Afrika, Latein-Amerika und in Nahost RIM noch solide Wachstumsraten verzeichnen kann.

Während das Kanada-Geschäft in 2011 klar an Apple geht, will RIM aber in 2012 wieder glänzen. Die Firma setzt auf sein überarbeitetes Betriebssystem Blackberry 10 und hofft, damit jede Menge App-Entwickler auf die Plattform zu locken. Das neue OS verspricht eine einfach bedienbare Touchscreen-Schnittstelle, 3-D-Spiele und verbesserten HTML 5-Einsatz. Die ersten Geräte unter Blackberry 10 werden in der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet.

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