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Rassismusvorwurf gegen Apple

06.11.2001 | 00:00 Uhr |

Der Mac-Hersteller sieht sich mit einer Millionenklage konfrontiert. Ein afroamerikanischer Ingenieur soll unter Schikanen gelitten haben und lässt sich von einem auf Diskriminierungsfälle spezialisierten Anwalt vertreten.

München/Macwelt - In einer am Bezirksgericht Santa Clara eingegangenen Klage wirft ein ehemaliger Apple-Angestellter dem Mac-Hersteller Rassismus vor und fordert Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 40 Millionen US-Dollar. Waukeen Q. McCoy, Anwalt des namentlich nicht bekannten Klägers afroamerikanischer Herkunft, konkretisierte unseren Kollegen von Maccentral die Vorwürfe.

Sein Mandant habe trotz überdurchschnittlicher Leistungen von November 1998 bis Juli 2001 weder eine Beförderung noch Aktienanteile erhalten, zudem habe sein direkter Vorgesetzter Dan Riccio ihn zunehmend von den Kollegen isoliert. Der Kläger sei der einzige Farbige des Teams gewesen. Laut McCoy war schlußendlich Auslöser für die Entlassung seines Mandanten, dass dieser einen Freund mit auf den Campus gebracht habe, um ihn für dessen beruflichen Werdegang zu motivieren. Andere aus dem Kollegium einschließlich Roccio selbst, hätten jedoch mehrfach ungestraft Freunde und Familienangehörige mit gebracht.
Im folgenden soll nun das Gericht mit Befragungen Beweise für die Vorwürfe finden. Apple gab zu dem Fall bislang keine offizielle Stellungnahme ab.

McCoy hat im August 2000 durch einen Schadensersatzprozess gegen den Nahrungsmittelhersteller Wonder Bread für Aufsehen gesorgt. Für eine Gruppe afroamerikanischer Klienten, die der Konzern wegen ihrer Hautfarbe nicht einstellen wollte, erstritt der Anwalt Zahlungen in Höhe von 135 Millionen US-Dollar. McCoy sieht gute Chancen, die Forderungen seines Mandanten vor Gericht durchsetzen zu können, lässt aber auch gleichzeitig Spielraum für eine außergerichtliche Einigung. pm

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