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Razzia gegen Software-Piraten

10.11.2003 | 15:48 Uhr |

Mit einer bundesweiten Razzia ist die Polizei am Montag gegen professionelle Software-Fälscher vorgegangen. Sechs Verdächtige wurden in Haft genommen, mindestens drei weitere vorläufig festgenommen, berichteten die beteiligten Ermittlungsbehörden.

Die mutmaßlichen Software-Piraten stehen unter dem Verdacht des gewerbsmäßigen Betrugs und des Verstoßes gegen das Urheber- und Markenrecht. Sie sollen vor allem dem US-Konzern Microsoft Schäden in Millionenhöhe zugefügt haben.
Schwerpunkt der Razzia war dem Bundeskriminalamt zufolge das Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo unter anderem ein Haus in Remscheid durchsucht wurde. Das BKA ließ im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bochum mit rund 200 Beamten 30 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz überprüfen. Dazu kamen laut Polizei noch Ermittlungsverfahren in Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. Im oberschwäbischen Wilhelmsdorf wurde der 32 Jahre alte Geschäftsführer einer Computer- Firma in Haft genommen.

Die Beschuldigten sollen Raubkopien hergestellt und gehandelt, aber auch Original-Software-Pakete geteilt und mit Microsoft- Sicherheitsmerkmalen versehen haben. Billige Schüler- und Studentenversionen der Software seien zudem in weitaus teurere Vollversionen verfälscht worden.
Das BKA bezifferte den bislang errechneten Schaden auf rund 16 Millionen Euro. Die tatsächliche Schadenssumme dürfte aber weit höher liegen, hieß es in Wiesbaden. Besonderes Ziel der Ermittlungen sei es, die illegalen Gewinne der Täter abzuschöpfen. Allein bei den Durchsuchungen der hessischen Generalstaatsanwaltschaft hat Microsoft Ansprüche von 17,5 Millionen Euro gegen die Beschuldigten erhoben.

Die hauptgeschädigte Firma Microsoft begrüßte die Polizeiaktion. Der Polizei sei es gelungen, die Strukturen organisierter Kriminalität im Softwarehandel in Deutschland zu identifizieren und ihnen erfolgreich entgegen zu wirken, erklärte Unternehmenssprecher Hans-Jürgen Croissant in München. Sein Unternehmen werde die Ermittler bei der Auswertung des Beweismaterials weiterhin unterstützen.

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