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Apple enttäuscht sein Publikum

07.01.2009 | 11:49 Uhr |

Es war die letzte Keynote zur Macworld Expo und eigentlich hätte sich Apple den Auftritt seines Marketingchefs Phil Schiller auch sparen können. Enttäuscht sind aber vor allem die, deren Erwartungen an die Macworld Expo hoch gewesen waren. Eine kleine Presseschau.

Wo bleiben die Desktops?

Rob Griffiths, unser Macworld-Kollege , hadert vor allem mit sich selbst. Der Situation angemessen, habe er vor der Keynote seine Erwartungen heruntergeschraubt und sah sich in eine Falle tappen, die Phil Schiller zu Beginn seiner Ansprache aufgestellt hatte. Bei den letzten Macworlds - und auch der WWDC - hatte sich Apple stark auf das iPhone konzentriert, was einige Hardcore-Macianer auch kritisierend anmerken ließ, es handele sich ja wohl um eine Mac world Expo. Nun versprach Schiller aber gestern drei Neuigkeiten zum Mac und der bekennende Hardware-Junkie Griffiths freute sich auch während der Präsentation zu iLife 09 noch auf zwei neue Produkte, etwa einen Quad-Core iMac oder einen neuen Mac Mini oder einen aktualisierten Mac Pro. Dass aber die zweite Neuheit iWork 09 war und somit nur eine Neuerung blieb, die noch dazu das längst überfällige Macbook Pro 17 Zoll (Brick) war, war gegen Griffiths Erwartungen. Dabei fasst er sich aber an die eigene Nase: "Ich bin eher enttäuscht darüber, dass ich Gedanken über "Neue Hardware!" es erlaubte, sich in mein Bewusstsein zu schleichen." Immerhin seien die von Schiller gezeigten Produkte beeindruckend, vor allem der Dienst iwork.com, Geotagging und Gesichtserkennung in iPhoto und die neuen Bearbeitungsmöglichkeiten in iMovie. Schiller habe seine Sache zwar gut gemacht, im Ganzen müsse man die Keynote aber als "gähnend langweilig" betrachten. Vor allem das Fehlen neuer Desktops sei "bestürzend". Seit 17 Monaten harrt nun der Mac Mini auf ein Upgrade, ein Jahr ist die aktuelle Mac-Pro-Reihe alt. Es sei offensichtlich, dass diese Updates kommen werden, irgendwann.

Apple erreicht mit seinen eigenen Kanälen wie den Apple Stores und seiner Website weit mehr Kunden als über die Macworld Expo, hatte der Mac-Hersteller seine Absage für künftige Macworlds im Dezember begründet. Den Kollegen von Spiegel Online ist der Seitenhieb Schillers, dass weltweit jede Woche die Apple Stores hundert Mal mehr Besucher anzögen als die Macworld Expo, nicht entgangen. Dem Charisma des abwesenden Steve Jobs konnten sich Matthias Kremp und Konrad Lischka in ihrer Charakterisierung des Schiller-Auftritts nicht entziehen: " Jobs war der Magier - Schiller ist der nette Onkel." Als die wesentliche Nachricht sehen die Kollegen nicht das Macbook Pro , iLife oder iWork an, sondern den Verzicht Apples auf DRM im iTunes Store: "Ein kleiner Knaller zum Abschied". Dabei vergessen sie aber nicht zu erwähnen, dass Amazon mit seinem auch bald in Europa verfügbaren Dienst Amazon MP3 Apple diesbezüglich zuvor gekommen war.

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