1011293

Reaktionen auf Jobs’ Auszeit: Zuversicht und Skepsis

15.01.2009 | 09:31 Uhr |

Analysten beurteilen die Nachricht über Jobs gesundheitliche Probleme uneins. Kurzfristig werde sich kein Schaden einstellen, das Steve Jobs jedoch mit Apple gleichzusetzen sei, drohen Auswirkungen in der ZUkunft.

Steve Jobs Keynote
Vergrößern Steve Jobs Keynote

Tim Bajarin von Creative Strategies hält die Meldung zwar für eine schlechte Nachricht für Apple, glaubt aber nicht, dass dem Unternehmen daraus kurzfristig Nachteile erwachsen werden. Alle Produkte, die Apple in den nächsten 18 Monaten veröffentlichen werden, trügen noch die Handschrift von Steve Jobs Führung.

Auch Michael Gartenberg von Jupitermedia befürchtet keine negativen Auswirkungen auf die Produktentwicklung bei Apple: "So sehr wir Steve Jobs mit Apple identifizieren, er sitzt nicht nachts alleine in der Garage und bringt die Produkte auf eigene Faust heraus." Apple sei bezüglich des Tagesgeschäfts weiter in guten Händen. Als Tim Cook Jobs wegen seiner Krebsoperation im Jahr 2004 vertreten hatte, habe er das gut gemacht und es gebe keinen Grund anzunehmen, er würde es nicht wieder gut machen.

Etwas skeptischer zeigt sich Roger Kay von Endpoint Technologies: "Steve Jobs ist für Apples Geschäft wichtiger als es andere CEOs sind. Er verkörpert Apple. Er ist Apple." Tim Cook sieht er als nüchternen Verwalter, der dafür sorge, dass "die Züge zur richtigen Zeit abfahren." Ein kreatives Genie, das wisse, "wie der Zug in fünf Jahren" aussehe, sei der COO hingegen nicht.

Von unschätzbarem Wert seien vor allem Jobs’ Fähigkeiten bei Verhandlungen mit anderen Firmen, merkt Andy Hargreaves von Pacific Crest Securities an. Zu seinen unbestreitbaren Verdiensten habe es gehört, AT&T zur iPhone-Partnerschaft zu überreden oder die Musikindustrie von der Zukunft im Internet zu überzeugen.

Die Apple-Aktie war gestern an der Nasdaq bis Börsenschluss um 2,71 Prozent auf 85,33 US-Dollar gefallen, im nachbörslichen Handel gab das Papier um fast acht Prozent nach. "Wall Street hat nach Ehrlichkeit gefragt und sie bekommen", kommentiert Tim Bajarin die Reaktionen der Händler.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1011293