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Real: Lizenzen sind das Ende für MPEG 4

29.04.2002 | 11:29 Uhr |

MÜNCHEN ( COMPUTERWOCHE ) - Das vom Konsortium MPEG LA (MPEG Licensing Administration) vorgesehene Lizenzmodell bedeutet das Ende für das Video-Komprimierungsformat MPEG 4, glaubt Real-Networks-Chef Rob Glaser. Vorgesehen sind bislang volumenabhängige Abgaben, nach denen pro Stunde Komprimierungszeit zwei US-Cent zu zahlen wären. Außerdem soll Komprimierungssoftware und -Hardware mit einer Gebühr von 25 Cent belegt werden. Dies trägt nach Ansicht von Glaser dazu bei, dass die Technologie "irrelevant für die PC-Industrie" werde.
Erstaunt auf die Kritik reagierte der für die Lizenzvergabe zuständige Vice-President der MPEG LA, Larry Horn. Schließlich würden die Real-Produkte "Real Server" und "Real System iQ" das Format bereits unterstützen. Auch sei das Unternehmen erst vor wenigen Tagen dem MPEG-4 Industry Forum beigetreten und setze sich für die Unterstützung der unterschiedlichen Komprimierungs-Codecs ein. Experten gehen jedoch davon aus, das Real Networks vorerst weiter auf das hauseigene Steaming-Verfahren "Real Video 9" setzt (Computerwoche online berichtete).
Kritik zu den Lizenzvorstellungen der MPEG LA kam auch schon von anderen Unternehmen. So hat Apple im Februar die Entwicklung von Quicktime 6 vertagt, und On2 Technologies Überprüfungen der Lizenzbedingungen durch US-Behörden angeregt (Computerwoche online berichtete). (lex)

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