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Real Networks reicht Milliardenklage gegen Microsoft ein

19.12.2003 | 11:49 Uhr |

Microsoft muss sich erneut wegen Wettbewerbsverletzungen vor Gericht verantworten.

Der Multimedia- Anbieter RealNetworks wirft dem weltgrößten Softwarehersteller vor, seine Monopolmacht illegal auszunutzen, um Konkurrenten zu behindern. Microsoft versuche zudem, den wachsenden Markt mit digitalen Medien zu monopolisieren, teilte RealNetworks am Freitag in Seattle (US- Bundesstaat Washington) mit. «Wir glauben, dass das Verhalten von Microsoft illegal ist und dass es uns daran gehindert hat, ausschließlich über die Vorzüge unserer Produkte im Wettbewerb zu bestehen», sagte RealNetworks-Manager Bob Kimball. Microsoft wies die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme zurück. RealNetworks nutze die Klage lediglich, um die eigenen Geschäfte anzutreiben, sagte Microsoft-Sprecherin Stacy Drake. RealNetworks konkurriert mit seiner Mediensoftware «RealPlayer» direkt mit Microsofts «Windows Media Player» und war vor Jahren Marktführer. Auch die US-Justizbehörde hatte beanstandet, dass Microsoft durch die enge Verknüpfung seines Betriebssystems mit anderen eigenen Programmen Wettbewerber benachteilige. Die EU-Kommission prüft in ihrem Kartellprozess gegen den Softwaregiganten ebenfalls die Frage, ob Microsoft mit der engen Bündelung des Betriebssystems mit dem Windows Media Player seine marktbeherrschende Stellung gegen Konkurrenten ausnutzt. Der Erfolg von RealNetworks wäre heute bedeutend größer, wenn Microsoft sich gesetzeskonform verhalten hätte, sagte Vorstands- und Aufsichtsratschef Rob Glaser. Die Klage wurde an einem Bezirksgericht in San Jose (Kalifornien) eingereicht. RealNetworks ziehe es vor, sich dem Wettbewerb zu stellen, sagte Glaser. Deshalb habe sich der Vorstand entschlossen, Klage einzureichen, «um das illegale Verhalten Microsofts zu beenden».

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