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Redundante Speicherlösungen fürs Netzwerk

22.01.2008 | 09:50 Uhr |

Apple hat auf der Macworld Expo Time Capsule vorgestellt, eine Airport Extreme-Basisstation mit eingebauter Festplatte. Diese Speicherlösung kann allerdings nicht mehr als jede andere Festplatte im Netzwerk und damit deutlich weniger als zwei Neulinge von Data Robotics und Netgear: Beide Hersteller haben in den letzten zwei Wochen Speichersysteme fürs Netzwerk vorgestellt, die auch dann noch funktionieren, wenn eine der verwendeten Platten den Geist aufgibt.

Beim Sichern von Datenbeständen kann man nicht sicher genug gehen, das macht nicht erst Time Machine deutlich. Für die neue Backup-Technik in Leopard hat Apple nun auch eine Hardware-Erweiterung vorgestellt, die die Daten übers Netzwerk sichert: Time Capsule. Doch was geschieht, wenn die Festplatte in der Zeitkapsel kaputt geht und der Anwender just in diesem Moment auf alte Daten zugreifen muss? Für solch einen Fall empfehlen sich Sicherungssysteme mit mehreren Festplatten, die den Ausfall einer Platte ohne Datenverlust verkraften. Dieses gibt es nicht nur im Server-Bereich, auch für den Heimbereich und in kleinen Büros stehen immer mehr Lösungen zur Verfügung.

Data Robotics hat auf der Macworld Expo Droboshare vorgestellt, eine Erweiterung für den Backup-Roboter Drobo, den das Gerät mit einem Netzwerk verbindet. Ein Drobo-Speicherverbund lässt sich damit automatisch unter Windows und Mac OS X über das Heim-Netzwerk aktivieren, lesen und beschreiben.

Drobo selbst ist seit 2007 in den USA auf dem Markt und ein Gehäuse mit intelligentem Controller, in das sich ohne Schrauben bis zu vier Festplatten schieben lassen. Im Gegensatz zu einem RAID-Verbund dürfen alle Platten eine verschiedene Größen haben. Um die Verteilung und ausfallsichere Speicherung der Daten auf mehreren Laufwerken kümmert sich Drobo automatisch, laut Hersteller soll sich der Anwender um nichts sorgen müssen. Auch kann er mit zwei kleinen Festplatten anfangen und dann Speicherplatz hinzufügen, sobald dieser gebraucht wird und billiger zu haben ist. Herrscht Speichermangel, so verlangt Drobo nach einer neuen Platte oder schlägt anhand von farbigen Indikatorlichtern vor, welche der vorhandenen man zuerst gegen eine neue austauschen soll: die kleinste. Anhand von Farbsignalen zeigt das Gerät auch an, wenn eine Festplatte ausfällt und sie gegen eine neue ausgetauscht werden muss - Drobo restrukturiert die Daten bei einem Austausch automatisch im Hintergrund. Sobald alle Lichter grün leuchten, sind alle Daten erneut redundant gesichert. Das System sorgt dafür, dass der verfügbare Festplattenspeicher so gut ausgenutzt wird wie möglich, Mac OS X zeigt stets nur eine einzige Festplatte an. Theoretisch bräuchte man nicht einmal einen Treiber, für die richtige Anzeige des Festplattenplatzes und die Initialisierung neuer Festplatten benötigt Mac OS X die mitgelieferte Software allerdings. Auch die Firmware lässt sich damit auf dem neuesten Stand halten. Die zur Verfügung stehende Kapazität lässt sich so ausrechnen: Man nehme den auf allen Festplatten gemeinsam zur Verfügung stehenden Gesamt-Speicherplatz und ziehe den der größten Festplatte davon ab. Drobo lässt sich ohne Droboshare ausschließlich über die USB 2.0-Schnittstellte anschließen, 500 US-Dollar kostet ein Drobo-Gehäuse ohne Festlatten, für Droboshare werden zusätzlich 199 Dollar fällig.

Auf einer ähnlichen Technik, die schon länger im Handel ist, basieren die Desktop Network Storage-Geräte von Netgear: X-Raid. Auf der CES 2008 hat der Hersteller drei neue Modelle für je zwei Platten vorgestellt, mit 500 Gigabyte, 750 Gigabyte und einem Terabyte Speicherplatz. Von Haus aus steckt in den ReadyNAS-Lösungen von Netgear stets nur eine Festplatte. Redundant lassen sich Daten demnach erst sichern, sobald man eine zweite Festplatte hinzugefügt hat. Die Geräte basieren auf Netgears X-RAID-Technik, die mit Drobos Speichertechnik vergleichbar ist. Der Gigabit-Netzwerkanschluss steckt bei den Netgear-Modellen direkt im Gehäuse, die Preise für die Geräte hat der Hersteller noch nicht bekannt gegeben.

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