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Rekorddividenden: Aktionäre verdienen kräftig an Gewinnen mit

30.05.2007 | 07:26 Uhr |

Aktionäre haben 2006 einer Studie zufolge kräftig an den Gewinnen der Unternehmen mitverdient.

Die Ausschüttungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 35,3 Milliarden Euro, wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. «Nach der Rekorddividende des vorangegangenen Jahres folgte gleich die nächste», sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker über die Untersuchung von 1023 in Deutschland börsennotierten Unternehmen. «Die Erhöhung ist in erster Linie den 30 Gesellschaften, die im DAX notiert sind, zu verdanken», sagte DSW-Dividendenexperte Herbert Hansen. Mit knapp 28 Milliarden Euro hätten sie so viel Geld wie nie zuvor an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Als Grund für die Zunahme nannte Hocker vor allem den Druck internationaler Anleger, die höhere Zahlungen erwarteten. Die DAX-Unternehmen hätten deshalb im Schnitt 41 (2005: 37) Prozent ihres Gewinns ausgeschüttet.

Mit 3,5 Milliarden Euro zahlte die Deutsche Telekom den größten Betrag an ihre Aktionäre, gefolgt von E.ON mit 2,4 Milliarden und der Deutschen Bank mit 1,9 Milliarden. «Es gab Licht auf der einen Seite, aber auch sehr viel Schatten», sagte Studienleiter Hansen. Er verwies darauf, dass 60 Prozent der untersuchten Unternehmen überhaupt keine Dividenden zahlten. Im DAX gehörten der Tourismuskonzern TUI und der Chiphersteller Infineon dazu. Hocker warnte davor, dass wegen der geplanten Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge von 2009 an Aktien als Anlageform an Attraktivität verlieren könnten. Damit werde sich die Steuerlast auf Gewinnausschüttungen «dramatisch erhöhen». Er sei sich sicher, dass es Klagen geben werde, möglicherweise auch von der DSW. (dpa)

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