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Rezension: Lernadventure 'Geograficus'

09.02.2004 | 12:21 Uhr |

Alle reden von Pisa - wir spielen Lernadventures. Heureka-Kletts Lernabenteuerspiele liegen voll im Trend, steigern das Wissen und machen sogar Spaß. So auch 'Geograficus', mit dem laut Werbetext selbst Geographie zum Abenteuer wird. Was auf leider enttäuschende Weise auch für das Spielende gilt...

Per klassischen Point-and-click soll man in "Geograficus" als junger Forscher Geo den letzten noch lebenden Feuerdrachen der Erde, Balvin, aufspüren und retten. Dessen Tränen werden nämlich vom bösen Zauber Balthasar in seinem Schloss auf der Feuerinsel schamlos ausgenutzt, um sie in wertvolle Diamanten zu verwandeln. Doch diese Insel muss man, ausgestattet mit einem putzigen, Düsen angetrieben Fluggerät, erst einmal finden. Logik und Kombinationsgabe sind dabei zweifellos von Vorteil - aber eine gehörige Portion Wissen über geographische Zusammenhänge braucht es ebenfalls für die meisten Rätsel und Aufgaben. Seine Kenntnisse erhält der forschende Spieler vorzugsweise ab 12 Jahre wie bei den Heureka-Klett-Spielen üblich in einem eigenen Lernteil, der sich bei Geograficus "Stein der Weisheit" nennt. Er ist aus dem Spielgeschehen heraus jederzeit per Mausklick auf ein Kristallicon erreichbar und bietet insgesamt sechs Themenbereiche zu den Grundlagen der Geographie: Die Erde als blauer Planet (Sonnensystem; Entstehung der Erde) - Bau und Alter der Erde (Inneres der Erde, Gesteinskunde) - Dynamische Erde (Kontinentalverschiebungen und Plattentektonik) - Unruhige Erde (Vulkane, Erdbeben) - Geformte Landschaften (Verwitterung, Erosion, Landschaftsformen) und schließlich Bodenschätze der Erde (Entstehung und Vorkommen von Bodenschätzen sowie Edelsteine). "Erdkunde" im Sinne von Länder- und Ortskenntnissen spielt im Lernteil keine Rolle. Die Themengebiete sind in einfach zu navigierende Kapitel und Seiten unterteilt, die jeweiligen Texte kann man sich zusätzlich vorlesen lassen. Gelegentlich finden sich auch animierte Erklärungsabschnitte. Der Lernteil ist gründlich und seriös, versprüht aber trotz aller Bemühungen den Charme von Schulfernsehen. Wer sich nicht unbedingt für die Themen interessiert respektive verzweifelt auf der Suche nach Lösungen für das Abenteuer ist, wird sich dort nicht länger als nötig aufhalten. Wieso kann dieser Bildungsabschnitt nicht ebenso humorvoll und unterhaltsam wie das eigentliche Adventure Geograficus selbst gestaltet sein? So wirkt der Lernteil immer wieder wie eine etwas kalte Dusche bei den notwendigen Wechseln in den "Stein der Weisheit".

Auf Abenteuersuche geht man in Geograficus per Maus, gefundene Gegenstände werden im Inventar abgelegt, gelegentlich lassen sich die Objekte miteinander kombinieren. Im Optionsmenü kann der Spieler jederzeit speichern - was ratsam ist, da man an einigen Stellen den "Sudden Death" sterben kann - oder andere Spielstände laden, was unverständlicherweise nicht per einfachem oder Doppelklick geht. So ist erst umständlich der Spielstand und dann der Button "Laden" anzuklicken. Bei Bedarf lassen sich für die Rätsel im Spiel knappe Hinweise einblenden.

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