1461181

Rezension: Mac OS X 10.5 Antoni N. Cherif

14.12.2007 | 12:48 Uhr |

Gute Tipps und einige schöne Beschreibungen der Funktionen von Mac-OS X 10.5 findet man bei Cherif. An manchen Stellen aber wirkt das Buch unausgereift - inhaltlich und beim Layout.

Cherif, Mac OS X 10.5, Smart Books
Vergrößern Cherif, Mac OS X 10.5, Smart Books
© Walter Mehl

Antoni Nadir Cherif verwendet für seine Beschreibung von Mac-OS X 10.5 eine gute Grundstruktur: Installation, Finder, Einstellungen, Programme, diverse allgemeine Arbeitstipps und zuletzt drei kurze Kapitel zu Windows auf dem Mac, zur Hardware und einen Abschnitt, um Probleme zu beheben. Doch insgesamt hinterlässt das Buch einen Nachgeschmack - gute Anleitungen und Tipps stehen mehreren Stellen gegenüber, an denen Charif bestenfalls die halbe Wahrheit schreibt; manchmal aber sogar eindeutige Fehler (ein Beispiel ist auf Seite 48 die Bildunterschrift "Programmwechsel ist im Finder mit Alt + Tab möglich." - korrekt wäre die im Text erwähnte Kombination Befehl + Tab).

Das Kapitel 1 über die Installation von Mac-OS X 10.5 zeigt die Stärken und Schwächen des Buches. Einerseits findet man dort wertvolle Tipps, zum Beispiel über die Rechte des Benutzers, der bei der Installation angelegt wird und über die sinnvolle Wahl des Kurznamens. Andererseits stört uns unter anderem das wenig übersichtliche Layout, bei dem nicht gut sichtbar ist, dass Cherif eigentlich drei Installationsvarianten beschreibt, in denen er die Installation bei unterschiedlichen Voraussetzungen erklärt. Hinzu kommt die Information, dass man beim Wechsel von einer älteren Variante des Betriebssystems auf die neuere, nachträglich Sprachen löschen kann. Wie genau das gehen soll, verrät Cherif aber nicht (wir raten von solchen platzsparenden Massnahmen ab, da die Gefahr besteht, Programme oder das ganze Betriebssystem zu beschädigen). Auf Seite 23 steht dann grober Unfug: Die Zugriffsrechte zu reparieren ist eine der Aufgaben der Festplatten-Dienstprogramms, die man selten benötigt (wesentlich häufiger muss man ein Volume und dessen Dateien reparieren). Für die Migration eines Benutzerordners sind die Zugriffsrechte unerheblich, weil der Migrationsassitent mit allen Leserechten ausgestattet ist - was man unter anderem daran erkennt, dass man das Kennwort eines Verwalters eingeben muss, um ihn zu starten.

Im Kapitel zwei zum Finder, der zentralen Anlaufstelle von Mac-OS X wird es dann besser. Cherif erklärt gut die wichtigsten Tasten und Tastenkombinationen, außerdem beschreibt er, wie die Hilfe funktioniert und was die Befehlsmenüs im Finder und die Symbole, Fenster und das Dock ermöglichen. Dazu zählt unter anderem die detaillierte Beschreibung der unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten für Dateien und Ordner und Tipps wie man Software startet und Dateien respektive Ordner umbenennt. Papierkorb, Exposé, Spaces und Dashboard runden diesen Gang durch den Finder ab. Hier wie im Folgekapitel über die Systemeinstellungen fällt uns unschön auf, dass alle Bilder, auch wenn sie nur einen Ausschnitt eines Menüs oder eines Fensters zeigen, einen nachträglich eingefügten Schatten werfen. Das macht die Bilder nicht schlecht, irritiert aber gelegentlich.

Die Beschreibung der Systemeinstellungen ist einer der besten Abschnitte des Buches. Cherif geht alle Einstellmöglichkeiten, erläutert die Hintergründe und zeigt an einigen Stellen sehr gut die Fallstricke, die damit verbunden sind. Zum Beispiel der schnelle Benutzerwechsel, der dazu führen kann, dass der Administrators des Macs beim Ausschalten blind entscheiden muss, ob er dabei Daten anderer, noch angemeldeter Benutzer verwirft. Zu knapp kommt in unseren Augen das Thema Internetzugang, da Cherif nur einige generelle Tipps, aber keine nachvollziehbare Anleitung für den Zugang über Modem, DSL oder Firmenetz liefert. Und die Beschreibung der Verbindung mehrerer Rechner hat ebenfalls einen Haken, der aber nicht erwähnt wird: Wer sich streng an die Anleitung hält, bekommt zwar ein Rechnernetz, in dem der Datenaustausch funktioniert, doch dafür kann man von keinem der Computer mehr ins Internet gehen.

Es folgen das ebenfalls gut gemachte Kapitel über die Programme, die bei Mac-OS X zum Lieferumfang gehören - mit dem Schwerpunkt auf Safari, Mail und iTunes. Der folgende Abschnitt "Arbeiten mit Mac-OS X" aber enttäuscht; die Einrichtung eines Druckers oder des Fax-Empfang und -Versand sind so knapp gefasst, dass wir bezweifeln, ob Einsteiger damit zurecht kommen. Wie man einen Drucker im Netz freigibt, so dass man von anderen Rechnern dort drucken kann, handelt Cherif beispielsweise in zwei Absätzen ab. Auf der anderen Seite findet sich hier ein Abschnitt über das Programm Vorschau, in dem der Autor ziemlich gut erklärt, was mit der neuen Version alles machbar ist.

Den Abschluß des Buches bilden zwei relativ kurze Kapitel zu Windows am Mac und zur Hardware der Apple-Rechner, die relativ kurz sind. Die Zahl der Tipps ist auch dort hoch, doch das Thema Datenaustausch zwischen beiden Betriebssystemen kommt unserer Meinung nach hier zu kurz. Bei der Beschreibung der Hardware beschränkt sich Cherif auf einige wenige Modelle; zum Beispiel die Sonderausstattung von Mac Pro (SATA-Festplatten, PCI-Express) fehlt.

Das letzte Kapitel zum Thema Problembehandlung wirkt schwach. Es fehlt unter anderem eine Beschreibung, wie man Voreinstellungsdateien löscht. Dagegen steht hier erneut der unsinnige Tipp zum "Reparieren der Zugriffsrechte".

Antoni Nadir Cherif, Mac OS X 10.5 Leopard, Smart Books, Taschenbuch mit 420 Seiten, Abbildungen in schwarz-weiß, 19,96 Euro, ISBN 978-3-908-497-73-8

0 Kommentare zu diesem Artikel
1461181