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Radio Tyrus oder Wie Journalisten die Weihnachtsgeschichte erleben

01.12.2008 | 06:05 Uhr |

"Es begab sich aber zu der Zeit ....". Wer an Weihnachten in die Kirche geht, wird diese Worte aus der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas mit hoher Wahrscheinlichkeit zu hören bekommen. Kaiser Augustus soll damals angeblich eine Steuerschätzung im ganzen Römischen Reich befohlen haben, bei der ein jeder in seine Geburtsstadt gehen musste.

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Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas

Historisch ist das nicht belegt. Aber das sind auch nicht die Hirten auf dem Feld, denen ein Engel begegnet, um sie zur Krippe mit dem in Windeln gewickelten Jesuskind zu führen, noch die Weisen oder Astrologen aus dem Morgenland, die einem Stern bis nach Bethlehem gefolgt sein sollen, wo sie dem neugeborenen König der Juden huldigten. Wer Weihnachten freilich nur am historisch Verbürgten festmachen wollte, könnte auch gleich zu Hause bleiben und auf besinnliche Worte von der Kanzel verzichten. Radio Tyrus wählt für seine fiktive Berichterstattung zu den wunderbaren Geschehnissen rund um Bethlehem einen Mittelweg: Aus dem Studio, "live" vor Ort, in Interviews und Expertengesprächen senden die Radio-Profis, als hätte sich damals alles wirklich so zugetragen, bewahren dabei aber eine berufsbedingte wohltuende Skepsis und Distanz.

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