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Riesen-Drohne der US-Armee fliegt über Deutschland

29.01.2016 | 13:11 Uhr |

Eine militärische Riesendrohne der US-Armee ist über Deutschland geflogen. Weitere Flüge sollen folgen. Bei der Drohne handelt es sich um ein Schwestermodell der Skandaldrohne der Bundeswehr.

Eine militärische Riesendrohne der US-Armee ist über Deutschland geflogen. Dabei handelt es sich um ein Schwestermodell der berüchtigten Bundeswehr-Drohne Euro Hawk, mit der Deutschland 600 Millionen Euro versenkte, bis der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière das Projekt erst einmal stoppte.

Die US-Armee hatte ihre Riesen-Drohne Global Hawk bereits am Montag über Deutschland zu ihrem Einsatzgebiet über der Ostsee fliegen lassen. Wie das Bundesverteidigungsministerium mitgeteilt hat „überflog ein U.S. Global Hawk insgesamt zweimal das Territorium der Bundesrepublik Deutschland. Das Luftfahrzeug hielt sich jeweils für circa 85 Minuten im deutschen Luftraum im dafür vorgesehenen Korridor im Transit auf. Die ursprüngliche Freigabe für Überflüge bis Januar 2016 ist verlängert worden und auf Ende April 2016 befristet.“

Die USA und die Nato wollen damit im Rahmen des NATO Readiness Action Plans ihre Unterstützung für die östlichen Bündnispartner demonstrieren, vor allem für Estland, Lettland, Litauen und Polen. Diese fühlen sich durch die Ukrainekrise und das aggressive Vorgehen Russlands in der Ukraine bedroht. Besonders die drei baltischen Staaten haben nicht vergessen, dass sie bis zum Zerfall der UDSSR zur Sowjetunion gehört haben und noch immer viele russischstämmige Bürger auf ihrem Territorium wohnen.

Der Global Hawk ist nahezu identisch mit der Bundeswehrdrohne Euro Hawk. Letztere erhielt keine Zulassung für den deutschen Luftraum und durfte somit nie über Deutschland fliegen. Im Unterschied zur US-Drohne Global Hawk, die in über 15 Kilometern Höhe über Deutschland hinwegflog. Also deutlich höher als Verkehrsflugzeuge. „Die Verweildauer des Global Hawk im deutschen Luftraum beträgt pro Überflug circa eineinhalb Stunden zu reinen Transitzwecken“, erläutert das Verteidigungsministerium.

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Die US-Drohnen starten von der US-Basis Sigonella auf Sizilien und fliegen über Frankreich und Deutschland Richtung Ostsee. Sie kehren noch am Starttag zu ihrer Basis auf Sizilien zurück. Bis zu fünf Global-Hawk-Flüge pro Monat sollen nun folgen. Während sich die Global Hawk über Deutschland befindet, darf sie ihre Aufklärungselektronik nicht benutzen. Zumindest ist das so mit den USA vereinbart, was der US-Geheimdienst NSA und dessen britischer Kooperationspartner GCHQ von dieser Vereinbarung halten, sei einmal dahingestellt…
 
Eine Global Hawk beziehungsweise Euro Hawk ist 14,5 Meter lang und hat eine Spannweite von fast 40 Metern. Sie kann über 18 Kilometer hoch fliegen und mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben. Dieser Drohnentyp dient zur Aufklärung und hat kein Waffensystem an Bord. Im Unterschied zu Predator und Reaper.

Die derzeitige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Euro Hawk aber wieder reaktivieren und weitere 200 Millionen Euro in die Bundeswehr-Drohne investieren. Dann soll die Drohne doch noch eine Zulassung für den deutschen Luftraum bekommen und endlich von Deutschland aus abheben.

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