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Rückblick auf die Apple Expo

19.09.2003 | 12:27 Uhr |

Steve Jobs hat in Paris zwar die erwarteten Powerbooks präsentiert, aber viele Fragen offen gelassen

Steve Jobs ist die Popikone der Computerindustrie. Preist er neue Macs an, schlägt die Mac-Gemeinde zu. Auf der Apple Expo wollte die Stimmung aber nicht so recht anspringen, und sein legendäres "one more thing" brachte auch kein echtes Highlight

Aus werbetechnischer Sicht lässt sich die Entscheidung, den iPods vor der Apple Expo ein Silent Upgrade zu schenken, einfach erklären. Andernfalls hätten nämlich nicht die vielen bonbonfarbenen Werbeplakate für den MP3-Player die RATP-Bushaltestelle in Paris schmücken können. Auch vor dem Palais de Congrés, in dem Steve Jobs die Apple Expo eröffnet, prangen die riesigen bunten Werbeflächen. Anders als bei der bisherigen iPod-Kampagne setzt Apple jetzt auf Popart statt reale Menschen. Damit ist der iPod zum Kultobjekt geworden, und die Plakate werden es sicher auch.

In Paris startete die Kampagne schon einige Tage vor Europas größtem Mac-Event, der in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Jubiläum begeht. Rund 75 000 Besucher haben die Veranstalter erwartet, was die Apple Expo zur größten IT-Messe Frankreichs werden lässt. Hauptmagnet ist dabei sicher die Keynote des Apple-CEOs im Palais de Congrés. Doch ganz im Gegensatz zur iPod-Reklame hätte man sich Jobs Eröffnungsrede farbiger gewünscht. Eine Stunde schwadronierte der Apple-Chef über Altbekanntes: Die beiden großen iPod-Modelle fassen mit einer Speicherkapazität von 20 und 40 GB bis zu 10.000 Musiktitel und wiegen jetzt 20 Gramm weniger. Er entschuldigte sich für die Lieferschwierigkeiten in den vergangenen Monaten und gelobte Besserung. Außerdem zählt Jobs vor, weltweit würden sieben Millionen Mac-Anwender Mac-OS X aktiv verwenden. Seiner Auffassung zufolge forciere das nächste kostenpflichtige Systemupdate Panther zusammen mit dem Power Mac G5 diese Entwicklung weiter.

Panther Reloaded

Wer sich auf der Quicktime-Seite von Apple die Keynote von der Entwicklerkonferenz WWDC angesehen hatte, kannte die folgenden sechzig Minuten: Bis nächstes Jahr soll der neue G5-Prozessor von IBM mit 3 Gigahertz takten; Panther noch binnen Jahresfrist für 150 Euro auf den Markt kommen. Jobs zeigt den bekannten Werbefilm vom neuen Power Mac und demonstriert anschließend Mac-OS X 10.3 mit dem benutzerzentrierten Finder, Exposé, der Vorschau, konferiert über iSight und iChat AV bis hin zum Action-Button und den Etiketten. Dem aufmerksamen Beobachter ist letztlich nur ein kleines Detail ins Auge gesprungen: Unter dem Action-Button-Menü prangt eine Archiv-Funktion, die auf eine im Finder implementierte Komprimierungsfunktion hindeutet. Was letztlich auch Sinn hätte, da Unix die Gzip-Routine bereits von Hause aus mitbringt und damit lediglich die Integration in Aqua fehlt. Schenkt man den Gerüchteseiten im Internet Glauben, verteilt Apple nahezu wöchentlich Vorabversionen des Systemupdates an seine Entwickler. Das spricht zumindest für eine baldige Ankündigung, wann nun die Markteinführung des vierten großen Mac-OS X statt finden wird. Wer auf neue Software gehofft hatte, wurde enttäuscht.

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