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Russland: Ermittlungen gegen Apple

25.09.2015 | 09:38 Uhr |

Seit iOS 8.3 sind auf iPhone und iPad Emojis gleichgeschlechtlicher Paare zu finden. Daran stören sich gewisse Behörden

Die neuen Emojis von Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben, aber auch von gleichgeschlechtlichen Paaren hat Apple mit iOS 8.3 gebracht. Der russische Anwalt Jaroslaw Michajlow sieht darin "Gay-Propaganda" – in Russland eine Straftat. Noch im Juni hat er sich an die Staatsanwaltschaft in Kirower Gebiet gewandt, die Polizei ermittelt nun in der Sache, so geht aus seinem Facebook-Post hervor . Demnach haben die Ermittler eine Begutachtung der Symbole bei einem überregionalem forensischem Büro namens Sikorsky beauftragt. Gegenüber der russischen Online-Zeitung RBK gibt Michajlow an, er habe sich von der Kinderpsychologen beraten lassen und eine Bestätigung erhalten, dass die Emojis die Kinder unbewusst beeinflussen können.

Falls das forensische Büro bestätigen sollte, dass die Emojis tatsächlich für  "Gay-Propaganda" verantwortlich sind, muss Apple eine Geldstrafe von 800.000 bis 1.000.000 russische Rubel zahlen (umgerechnet 10.700 bis 13.400 Euro). Möglich ist auch ein Verbot für die Firmentätigkeit im Land. Michajlow sagt jedoch gegenüber RBK, er wäre auch mit einer Geldstrafe zufrieden.

Das russische Gesetz, das "homosexuelle Propaganda vor Minderjährigen" unter Strafe stellt, gilt seit 2003 und hat manchmal seltsame Auswirkungen. So hat die St-Petersburger Uni Ende 2014 ein Steve-Jobs-Denkmal abmontiert. Böse Zungen haben behauptet, das wäre eine Reaktion auf das Outing von Tim Cook. Die Pressestelle hat sich geäußert, das Denkmal wird auf dem Uni-Gelände nach der Restauration wieder aufgestellt. Nun ist fast schon ein Jahr vergangen, auf unsere erneute Mail im Mai 2015 hat die Pressestelle der Universität nicht mehr reagiert.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet , hat dieser Tage der Sänger Elton John mit Präsident Putin telefoniert – diesmal mit dem echten, nachdem er zuvor auf einen Stimmenimitator hereingefallen war. John hatte öffentlich seinen Wunsch geäußert, mit Putin über die Diskriminierung Homosexueller in Russland zu sprechen. Laut Süddeutscher hatte Putin in dem Gespräch John lediglich ein  Gespräch in Aussicht gestellt, wenn beider Terminkalender das erlaubten.

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