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Von Christiane Stagge - 14.11.2012, 16:55

SAP-Entwicklermesse

iPad Mini: Das Tablet für die Kitteltasche

Ärzte freuen sich auf das iPad Mini, doch bei den App-Entwicklern sorgt Apple für Unmut. Auf der Hausmesse von SAP erleben wir das Tablet von einer ganz anderen Seite
Die Ärzte der Berliner Charité gehen schon seit Monaten mit iPad und iPhone auf Visite und haben sich von Papier und Bleistift verabschiedet. Thilo Berndt, SAP-Produktmanager, verrät uns, dass viele Ärzte das iPad Mini schon sehnsüchtig erwartet hätten, da es perfekt in die Kitteltasche passe. Das iPad Mini, das mancherorts als "Frauen-iPad für die Handtasche" oder "Kinder-Lesegerät" belächelt wird, findet im Business-Umfeld großen Anklang. Einige Kliniken, so Berndt, hätten sogar überlegt, auf Android umzusteigen, da es hierfür bereits eine Menge Mini-Tablets gibt. Mit dem iPad Mini hätten Ärzte aber nun ein optimales Arbeitsgerät für ihre Visite. Dabei nutzen sie die App SAP Medical Record, die Patientenakten digital abbildet.
Die Bedienung ist so einfach, dass sogar Laien sich schnell zurechtfinden. Über die Anwendungen lassen sich Röntgenbilder des jeweiligen Patienten aufrufen, Fieberkurven und Blutdruckwerte anzeigen und anhand weiterer Parameter Krankheitsverläufe analysieren. Der Mediziner kann sich dabei die verschiedenen Stationen anzeigen lassen, auf denen er tätig ist, oder Patienten nach bestimmten Favoriten oder Kategorien gruppieren.

Die digitale Patientenakte

Damit Datenschutz und Schweigepflicht gewährleistet sind, werden die Daten auf dem iPad nicht lokal gespeichert, sondern maximal im Cache vorgehalten. Ändert der Arzt bei einem Patienten über das iPad die Medikamentendosis, erfolgt der Datenabgleich  im Backend.
Die meisten SAP-Apps brauchen ein SAP-System im Hintergrund. Bei SAP Medical Record reicht es, wenn das Krankenhaus die Technologieplattform SAP Netweaver im Einsatz hat. Es genügen auch proprietäre Systeme von anderen Anbietern.

Das iPad als Arbeitswerkzeug

Als Steve Jobs im Januar 2010 das erste iPad vorstellte, dauerte es nach Verkaufsstart nur ein paar Monate, bis das Tablet auch im Business-Umfeld zum Standard gehört. Dabei waren Tablet-PCs nichts Neues, doch die Modelle von Asus, Toshiba und Co. waren zu teuer und in der Bedienung zu schwerfällig, als dass sie sich im Geschäftsumfeld durchsetzen konnten. Mit den nativen iOS-Anwendungen hat Apple das Bedienkonzept verändert und damit auch andere Branchen revolutioniert. SAP-Software hatte eher den Ruf, eine komplexe, undurchschaubare Anwendung im Design von Windows 95 zu sein, doch mittlerweile hat der Walldorfer Konzern in Sachen Nutzerfreundlichkeit gewaltig aufgeholt. Auf seiner Hausmesse Sapphire Now gibt sich SAP betont lässig. Die Reden der CEOs werden mit satten Bässen und Musik aus den Charts lautstark untermalt, so dass der ein oder andere Besucher glatt vergessen könnte, dass er sich auf einer Business-Messe befindet.
Als das erste iPad vor zwei Jahren auf den Markt kam, will SAP-Vorstand Jim Hagemann Snabe sofort dessen Nutzen für die Geschäftswelt erkannt haben. Über 50 SAP-Apps  gibt es mittlerweile im App Store und über zweihundert Anwendungen stehen im eigenen SAP-Store zur Verfügung. Die Apps kommen dabei nicht mehr nur aus dem Hause SAP, sondern werden auch von speziellen Partnern entwickelt. Der SAP-Chef stellte in diesem Jahr vor annähernd 11 000 Teilnehmern erstmals auch Apps für Windows RT vor, die auf Microsofts neuem Tablet Surface laufen sollen.
Unter den mobilen Anwendungen machen iOS-Apps bei SAP den größten Anteil aus. Android-Apps und Apps für Blackberry spielen eher eine untergeordnete Rolle. Die Kratzempfindlichkeit des iPad scheint dem keinen Abbruch zu tun, denn mittlerweile verzichten auch immer mehr Wartungsarbeiter auf klobige Mobilgeräte und verwenden, wenn es die Situation erlaubt, das iPad.

Entwickler stoßen bei Apple auf taube Ohren

Viele Programmierer und Anwender klagen auf der Sapphire-Messe über Apples Kundenpolitik. Oft vergingen mehrere Wochen, bis neue Releases oder Updates in die Apps eingespielt werden können. Die Publikationsprozesse im Apple Store können sich mitunter lange hinziehen. Gerade im Geschäftsumfeld sind solche unkalkulierbaren Wartezeiten untragbar. Business-Anwender fühlen sich von Apple hierbei nicht ernst genug genommen. Viele Kunden würden daher lieber zu Windows wechseln wollen, wenn es sich denn in der Praxis bewähre, erzählt uns Oliver Betz, SAP-Manager für Mobilanwendungen. Apple täte gut daran, auf seine Geschäftskunden zuzugehen. Die Entwickler schätzen die einfache Bedienung der iOS-Apps. Die Programmierung von Android-Apps ist auf Grund der Vielzahl der Geräte hingegen mühsam.
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