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SDK: Aufbruchstimmung bei iPhone-Entwicklern

10.03.2008 | 10:00 Uhr |

Der erste Ansturm auf Apples Server und das Entwickler-Paket für das iPhone und den iPod touch ist inzwischen vorüber, Erfahrungen und Berichte machen nun die Runde. Sun, Freeverse und andere Unternehmen verraten ihre Pläne, was sie mit Apples mobiler Plattform in der nächsten Software-Generation anstellen können und wollen. Einige Einschränkungen sind ebenfalls bekannt geworden, aber es lässt sich nicht übersehen: Rund um das iPhone herrscht Aufbruchstimmung.

iPhone 2.0: Mail, Safari, PowerPoint

Die Firmware 2.0 wird noch einige Verbesserungen mitbringen, die nicht am Donnerstag vorgestellt wurden. So soll laut Arstechnica vor allem Mail mit neuen Funktionen das virtuelle Brief-Leben einfacher machen und PowerPoint-Präsentationen anzeigen können. Darüber hinaus soll es endlich möglich sein, mehrere Mails gleichzeitig zu löschen oder in Ordner zu verschieben. Auch Safari erhält neue Möglichkeiten: iPhoneAtlas berichtet, dass Web-Applikationen unter der neuen Firmware lokal gespeichert und damit auch ohne Internetverbindung vollständig genutzt werden können. Hinzu kommt eine Vollansicht in Safari auf dem iPhone, die alle Bedien-Elemente des Browsers ausblendet. Auch eine Spotlight-Suche ist inzwischen entdeckt worden, bisher allerdings nur in den Kontakten - im Video des Apple-Events [ iTunes-Link ] taucht das entsprechende Bild bei Minute 9:30 auf.

Bittere Pille: Kein Multitasking für Drittanbieter

Vieles wird mit dem Entwickler-Paket möglich sein, einiges nicht: TechCrunch listet einige Einschränkungen für Dritthersteller auf. So wird das iPhone nur jeweils ein Fremd-Programm gleichzeitig ausführen können, bei einem Wechsel zu einer anderen Applikation wird es beendet - das gilt auch, wenn der Anwender einen Anruf entgegen nimmt oder E-Mails abruft. Weiterhin können Anwendungen ihre Daten nur in einem zugeteilten Bereich speichern, damit ist es nicht möglich, Daten anderer Programme zu verändern.

Die Sonne geht auf

Sun bringt Java auf das iPhone : Wenn Apple wie angekündigt Ende Juni die Firmware 2.0 veröffentlicht, möchte auch Sun Microsystems soweit sein und eine angepasste Version der Java Micro-Edition auf die mobile Plattform bringen. Der Hersteller verspricht, möglichst viele Funktionen des iPhones zu unterstützen und schließt mittelfristig eine vollständige Java-Umgebung nicht aus.

Spiel mit mir

Mit Sega und Electronic Arts holte Apple am letzten Donnerstag zwei der wichtigsten Spiele-Hersteller auf die Bühne - inzwischen zeigen etliche andere Entwickler Interesse, die kleinen Geräte zu unterstützen. John Carmack von id Software (Doom, Quake) betont, wie wichtig der Vertrieb über iTunes sein wird - die Konditionen wären im Vergleich zu anderen mobilen Angeboten fair. Er bedauert allerdings, nicht wie andere Teams schon zuvor das SDK erhalten zu haben und vermutet, dass Steve Jobs ihm noch immer seine Kritik an den iPod-Entwicklungs-Tools übel nimmt. Der Entwickler Freeverse bestätigt hingegen konkrete Spielepläne: Golf, Bowling, Fußball, Baseball und Rennspiele sollen bereits in der Entwicklung sein. Gameloft ist ebenfalls fleißig und verspricht ganze 15 Titel bis Ende des Jahres.

Das erste Mal

Der macnews.de-Leser Florian Schimanke beschreibt seine erste Begegnung mit dem iPhone-SDK - der Ansturm am Donnerstag auf Apples Download-Server hat manchen SDK-Willigen zur Geduld gezwungen, das Paket ist mit 2,1 Gigabyte kein Leichtgewicht. Die Installation verlangt dann weitere fünf Gigabyte Plattenplatz, bevor der iPhone-Simulator gestartet werden kann und mit der Firmware-Version 1.2 überrascht. Ob Apple tatsächlich ein Zwischen-Update vor Version 2.0 veröffentlichen wird, ist allerdings ungewiss.

100 Millionen Dollar suchen Entwickler

Wer wissen will, was genau hinter dem iFund steckt und welche Projekte damit gefördert werden sollen, findet auf All in this ein Interview mit Matt Murphy von Kleiner Perkins Cafield & Byers - das Venture Capital-Unternehmen sucht vor allem übergreifende Konzepte - immerhin nutzen gegenüber dem Internet drei Mal so viele Anwender mobile Plattformen, KPCB sieht hier ein enormes Potential für neue Plattformen und Portale.

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