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SEC will Anklage gegen Time Warner erheben

15.04.2004 | 09:50 Uhr |

Die US-Börsenaufsicht SEC plant offenbar eine Klage gegen Time Warner wegen Falschbuchung von Werbeeinnahmen.

Wie die "Washington Post" unter Berufung auf Behördenkreise berichtet, soll dem Medienkonzern bereits im Frühsommer ein formales Benachrichtigungsschreiben zugestellt werden.

Laut Bericht hält die SEC es für erwiesen, dass der Medienkonzern und die Internet-Tochter America Online die Anleger über die finanzielle Situation von AOL getäuscht haben, indem sie die Werbeerlöse durch Tauschgeschäfte künstlich aufblähten. Der mit 400 Millionen Dollar weitaus größte Deal habe dabei zwischen AOL und Bertelsmann stattgefunden.

Medienberichten zufolge ging die Zahlung Anfang 2002 bei dem damals noch als AOL Time Warner firmierten Unternehmen ein, kurz nachdem der US-Medienkonzern Bertelsmanns 49-Prozent-Anteil an AOL Europe für 6,75 Milliarden Dollar übernommen hatte. Bei Time Warner wurden die 400 Millionen Dollar als Werbeeinnahmen von AOL bilanziert - im Gegensatz zu Bertelsmann, der die Summe als Preisnachlass wegen Barzahlung verbuchte. Da die Preisminderung bereits vorher vereinbart worden war sahen die Deutschen die Schaltung von Online-Anzeigen lediglich als kostenlose Zugabe an. Die SEC geht inzwischen davon aus, dass es sich zumindest bei einem Teil des Betrags um einen Preisnachlass gehandelt hat.

Daneben soll Time Warner noch zahlreiche andere Einnahmen falsch verbucht haben. Zudem plant die Börsenaufsicht laut Insider-Angaben weitere Sanktionen gegen den Konzern, da er nicht ausreichend bei den Untersuchungen kooperiert habe. (mb)

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