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SXSW: Snowden animiert zu mehr Verschlüsselung

11.03.2014 | 10:42 Uhr |

Der in Russland untergetauchte Whistleblower Edward Snowden hat sich per Videochat auf der Technickkonferenz South by South West (SXSW) zu Wort gemeldet und nicht nur Verbraucher, sondern auch Entwickler zu mehr Mut zu Verschlüsselung ermuntert.

Wie Snowdens Dokumente beweisen, geht die Überwachung des Internettraffics durch die NSA soweit, dass jede Gegenmaßnahme wie eine Übung in Vergeblichkeit anmute, doch müsse aus der Affäre nicht nur eine politische Reaktion erfolgen, sondern auch eine technische, meint Snowden: "Es sind die Macher, Denker und Entwickler, die dazu beitragen können, dass wir sicher werden".

Verschlüsselung sei richtige Weg, wer seine Festplatten komplett verschlüsselt und dazu seinen E-Mail-Verkehr, mache es den Überwachern schon mal schwerer, erklärt Snowden im Gespräch via Google-Hangout mit Chris Soghoian, Cheftechniker der American Civil Liberties Union. Auch die Nutzung des Netzwerkes Tor zum anonymen Surfen sei ratsam. Die NSA hat laut Snowdens Dokumenten Tor zwar gehackt, konnte große Teile der Verbindungsdaten aber nicht mehr de-anonymisieren. "Wir glauben, dass Verschlüsselung keine geheimnisvolle schwarze Kunst ist, sondern eine Basistechnologie, de Verteidigung gegen die schwarzen Künste in der digitalen Welt," legt Snowden seinen Standpunkt dar.

Neben den Anwendern, für die es normal sein sollte, ihre Kommunikation zu entschlüsseln, seien auch Anbieter von Diensten gefordert. Snowden hofft,"das nächste Whatspap oder Twitter" möge verschlüsselte Ende-zu-Ende-Kommunikation anbieten. Dienste wie Gogole und Facebook stellen heutzutage den von ihnen genutzten Wert der Kundendaten über die Datensicherheit. Ironischerweise trat Snowden über einen Googledienst auf der Konferenz auf, wie auch Soghoian bemerkte.

An Snowdens Auftritt hatte sich Kritik geregt, der republikanische Abgeordnete Mike Pompeo aus Kansas hatte die Veranstalter aufgefordert, die Einladung zurück zu ziehen. In der liberalen Insel Austin im konservativen Texas beißt er damit jedoch auf Granit, SXSW-Direktor Hugh Forest erklärte laut IDG News Service, man habe noch nie einen Sprecher ausgeladen und hatte das mit Snowden auch nicht vor. Im Gegenteil hätte er sich auch gewünscht, ein Vertreter der NSA hätte den Standpunkt der Behörde dargelegt. Pompeo hatte Snowdens Enthüllungen als eine Gefährdung der Arbeit der Aufklärungsdienste bezeichnet.

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