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Ilse Aigner legt mit Kritik an Google nach

09.02.2010 | 10:47 Uhr

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) legt mit ihrer Kritik an Aufnahmen des US-Konzerns Google von Straßen und Häusern für das Internet ("Street View") nach.

Google Maps Street View Kamera Auto Europa
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© AP
Ilse Aigner (CSU, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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© DBT (Deutscher Bundestag)

"Dass Google den Anwohnern ein Widerspruchsrecht einräumt, genügt nicht", sagte Aigner der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Ihre Bedenken seien nicht ausgeräumt. "Wer mit persönlichen Daten Geld verdienen will, der muss aus meiner Sicht vorab eine ausdrückliche Einwilligung einholen." Dies gelte vor allem für Google und vergleichbare Dienste , die ohne Einwilligung Häuser und Vorgärten abfotografierten, um die Bilder anschließend zu kommerziellen Zwecken zu verwerten. "Solche Projekte sind nichts anderes als eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre."

Aigner drängt anlässlich des "Safer Internet Day" an diesem Dienstag auf mehr Sicherheit beim Surfen im Internet. "Die Internet- Wirtschaft wird auf Dauer nur erfolgreich sein können, wenn ihr der Schutz privater Daten ebenso wichtig ist wie die Erschließung neuer Geschäftsfelder", sagte sie. "Fast täglich werden neue Geschäftsmodelle im Internet entwickelt, die nur ein Ziel haben: Mit unseren Daten Geld zu verdienen. Persönliche Daten sind persönliches Eigentum und müssen es bleiben."

Die Ministerin trifft sich heute mit dem Branchenverband BITKOM , um über Sicherheitsdefizite zu sprechen. "Wir alle wissen, dass ein verbesserter technischer Schutz mitunter zu weniger Benutzerfreundlichkeit führt", sagte die CSU-Politikerin. "Ich warne aber davor, die Sicherheitsvorkehrungen im Internet zu vernachlässigen, nur damit die eine oder andere Anwendung schneller läuft. Die Wirtschaft muss alles dafür tun, damit die Sicherheit der Kundendaten gewährleistet ist."

Immer mehr Deutsche präsentieren sich laut BITKOM privat im Internet.
Vergrößern Immer mehr Deutsche präsentieren sich laut BITKOM privat im Internet.
© Bitkom

Einen größeren Schutz persönlicher Daten forderte Aigner speziell von den Betreibern Sozialer Netzwerke. "Die Löschungsmöglichkeiten müssen ganz klar definiert sein", sagte die Ministern weiter. Sie appellierte an die Anbieter, die Voreinstellungen zugunsten der Nutzer zu verbessern. Immer mehr Bundesbürger geben im Internet persönliche Daten von sich preis. 40 Prozent der Deutschen zeigen einer Umfrage des BITKOM zufolge private Informationen wie Bilder im Netz, während es vor einem Jahr nur 23 Prozent waren. Die Branche sagte zu, das Internet sicherer machen zu wollen . (dpa/tc)

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