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Sagem MyMobileTV und My700x: Multimedia für alle Fälle

29.06.2006 | 10:50 Uhr

Zwei neue Barrenhandys von Sagem schließen zur Konkurrenz auf: das MyMobileTV im durchaus bewährten Klotzdesign bietet ausgereifte Funktionalität und DVB-H-Empfang. Das eher unscheinbare my700x überrascht mit Alternativ-TV via EDGE und leistungsfähiger 3D-Hardware.

Sagem MyMobileTV und My700x: Multimedia für alle Fälle
Vergrößern Sagem MyMobileTV und My700x: Multimedia für alle Fälle

Auf dem jungen Markt für Handys mit mobilen TV-Empfangsmöglichkeiten versucht sich auch der französische Hersteller Sagem. Wie immer gibts hier durchaus innovatives zu entdecken und das ist auch gut so: Sagem hat es bitter nötig, bei den Betreibern einen Fuß in die Tür zu bekommen. Mit den beiden aktuellen Modellen MyMobileTV und My700x könnte den Franzosen ein guter Wurf gelingen. MyMobileTV

Das in Deutschland nie bei Betreibern gelistete Sagem MyX-8 gehörte zu den begehrtesten gut ausgestatteten Design-Handys seiner Zeit. Gute Grundlage für ein MobileTV-Handy, dachte man sich in Frankreich und nutzt für sein erstes TV-Telefon das gleiche Gehäuse und annähernd die gleiche Software wie beim beliebten Urgestein.

Das MyMobileTV wurde bereits im Rahmen der diesjährigen CeBIT erstmals gezeigt, auf dem DVB-H-Launchevent der vier Netzbetreiber vorgestellt und wird pünktlich gegen Ende des Jahres den Markt erreichen. Uns lag für kurze Zeit ein erstes Testmuster des Geräts vor, sodass wir die TV-Funktionen ausprobieren konnten. Dabei fanden wir - wie immer bei den neuen mobilen Fernsehstandards - eine völlig beanstandungslose Qualität.

Vermutlich ist dies auch der ausziehbaren externen Antenne zu verdanken, die Sagem im Fuß des Geräts versteckt; ist der Empfang gut, kann man auch Fernsehen schauen, ohne die Antenne vollständig aus dem Gehäuse herauszuzuiehen. Lediglich das leidige Thema "Echtzeit" kommt als Makel ins Spiel: DVB-H ist nicht in der Lage, Livesendungen auch wirklich live zu broadcasten, 10 Sekunden Verzögerung sind die Regel. Ansonsten verhält sich das Handy wie ein Fernseher, auch mobiles Zapping ist ohne weiteres möglich. Zwischen den Senderwechseln vergehen stets gut und gerne 3-4 Sekunden. Über den parallel zum Fernsehprogramm ausgestrahlten ESG-Kanal kann man sich einen Überblick über die verfügbaren Sender verschaffen (funktioniert auch mit digitalen Radiokanälen), Sagem nennt dieses Feature "TV mosaic".

Videoschnipsel: Die WM "live" auf dem Sagem MyMobileTV

(Format: DivX/AVI, Download ca. 640kB)

Videoschnipsel: Zapping mit dem Sagem MyMobileTV

(Format: DivX/AVI, Download ca. 2MB)

Das myMobileTV kann aber noch mehr. Sagem weiß, dass Fernsehen eigentlich nur ein Medium zur Ablenkung ist und erlaubt es auf dem Gerät, das Fernsehprogramm parallel bei der Bedienung der sonstigen Handy-Funktionen mitlaufen zu lassen. Der Bildschirm wird dementsprechend jeweils um die Hälfte geschrumpft. So lässt es sich bequem in den Kontakten blättern oder eine SMS verfassen, während man parallel zuschaut, wie Brasilien Ghana aus der WM kickt. PDA- und Multimedia-Funktionen des MyMobileTV gleichen denen des MyX-8 bis auf eine Ausnahme: offenbar musste der Bluetooth-Chip unserer Testversion der DVB-H-Antenne weichen - möglich, dass Sagem diesen Missstand zur endgültigen Auslieferung des Handys noch abstellt.

Sagem my700x

Wem die schöne neue mobile DigitalTV-Welt noch etwas unheimlich ist, darf auch gerne mit weniger Qualität (beim Fernsehen) leben. Eingeweihte wissen: Selbst UMTS ist nicht unbedingt notwendig, um flüssig auf einem kleinen Display fernsehen zu können. Und so bedient das demnächst startende Sagem my700x, das der Hersteller auf der 3GSM World 2006 erstmals präsentierte, auch eine mobileTV-willige Zielgruppe, ohne über schnellen 3G-Funk oder DVB-H/DMB zu verfügen. Möglich wird das über die 2,5G-Technologie EDGE, die T-Mobile derzeit in ländlichen Regionen Deutschlands kräftig ausbaut . Klar, dass das my700x nur einen IP-basierten Programmstream empfangen kann, wenn man sich auch in einem mit EDGE abgedeckten Gebiet befindet.

Dabei kann man sich mit dem my700x durchaus auch sehen lassen: das Barrenhandy ist kaum dicker als das schlanke BenQ-Siemens S68 und wurde mit einer recht experimentell anmutenden aber ästhetischen Tastatur versehen, die von einem großen runden Navkey dominiert wird. Nicht nur die Tasten, sondern auch der spiegelglatte Rücken des Handys ist den Designern gut gelungen - falls man sich nur nicht an das schlichte Schwarz gewöhnen möchte, wird's das my700x auch in weiß und dank austauschbarer Schalung auch mit Blumendekor geben.

Das Handy im Slim-Design verfügt über allerlei Multimedia-Features, die bei einer 1,3-Megapixelkamera (interpoliert auf 2 Megapixel) mit Rote-Augen-Filter und Schattenkompensierer anfangen und bei einem 3D-Chip und einem 260 MHz schnellen TI-Prozessor enden.

Dazwischen liegt ein featurereicher MP3-Player, der dank miniSD-Karten auf bis zu 2GB Speicher zugreifen kann, ein 3D-Soundchip und das Bluetooth-Profil A2DP, das Stereosound auf kompatible Headsets streamt. Drei 3D-Games werden zur Demonstration der Leistungsfähigkeit des kleinen Funkers vorinstalliert, darunter die Spiele-Hits Midtown Madness , Asphalt 3D und Extreme Air Snowboarding . Schaltet man die GSM-Aktivität des my700x aus, verspricht Sagem ein Standvermögen von bis zu 12 Stunden; gut, dass sich beliebig viele und unbegrenzt lange Playlists mit dem Medienplayer verwalten lassen.

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