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Adressbuch-Datenschutz: Sammelklage gegen Apple

16.03.2012 | 13:33 Uhr |

Wegen ungeschützter Adressbuchdaten hat eine texanische Kanzlei eine Sammelklage gegen Apple und diverse App-Anbieter wie Path oder Twitter eingereicht.

Path Screenshot
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Die Anklagerschrift ist 152 Seiten lang. Darin legen die texanischen Anwälte auf App-Größen wie Electronic Arts, Facebook, Twitter und andere Anbiter an. Auch Path ist darunter, das soziale Netzwerk, das den "Adressbuchskandal" ausgelöst hatte. Im Februar wurde bekannt, dass die App bei der Funktion "Freunde finden" das Adressbuch des Nutzers vollständig auf die Server des Unternehmens hochludt. Path entschuldigt sich dafür und verspricht, die Nutzerdaten zu löschen. Gleichzeitig erscheint ein Update für die App, das dem Nutzer anzeigt, dass Path Adressen liest, wenn man die Funktion nutzen möchte.

Nach einem Update fragt Path nach.
Vergrößern Nach einem Update fragt Path nach.

Auch Apple ist Bestandteil der Sammelklage. Es war zuvor kein Geheimnis, dass iOS App-Entwicklern Zugriff auf das Adressbuch gibt. Viele Anwendungen wie Messenger oder SMS-Apps brauchen die Kontakte, um Freunden Nachrichten senden zu können. In den Bedingungen für App-Entwickler hat Apple Vorgaben gemacht, wie man mit diesen Daten umgehen darf, dies bei Zulassungen zum App Store aber nicht überprüft. Viele Apps machen es dem Nutzer nicht transparent, dass sie Adressen auslesen oder gar beim Anbieter speichern.

Neben Path und Apple sind auch Facebook, Twitter, Spielehersteller Electronic Arts und Angry-Birds-Macher Rovio von der Sammelklage betroffen. Die Klage könnte - sofern sie zugelassen wird und Erfolg hat, Regeln dafür schaffen, wie US-Unternehmen mit persönlichen Daten umgehen dürfen. Nach europäischem Recht benötigen Unternehmen das Einverständnis von Kunden, wenn sie persönliche Daten erheben, speichern und weiterverwerten wollen. Bislang gab es aber keinen Prozess in einem solchen Fall rund um Smartphone-Apps.

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