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Samsung: Jobs wollte "Heiligen Krieg" gegen Google

03.04.2014 | 10:37 Uhr |

Samsungs Anwälte versuchen weiter im von Apple angestrengten Patentprozess ihren Mandanten aus der Schusslinie zu bekommen, berichtet der IDG News Service.

In einer Mail zum bevorstehenden Top-100-Meeting Apples habe Steve Jobs persönlich seine Agenda für das Strategietreffen im Oktober 2010 vorgelegt. Darin habe er von einem bevorstehenden "Heiligen Krieg" mit Google gesprochen. Weiter Punkte seien der Vergleich von iOS mit Android gewesen, 2011 wollte Apple dazu nutzen, in einigen Bereichen wie Tethering oder Benachrichtigungen gegenüber der Konkurrenz aufzuholen und mit Innovationen wie Siri oder dem Fotostream wieder deutlich vorbeizuziehen. Samsungs Anwälte wollen die Dokumente als Beweis für zweierlei Dinge ansehen: Apple habe sich nicht vor Samsung im Speziellen gefürchtet, sondern vor Googles mobilen Betriebssystem Android im Allgemeinen, zudem sei die Konkurrenz Ende 2010 in einigen Bereichen vorne gelegen. Ob Jobs sich tatsächlich vor 100 leitende Manager des Unternehmens gestellt hat und den "Heiligen Krieg" gegen Google ausrief, geht aus den von Samsung vorgelegten Dokumenten jedoch nicht hervor. Dass er Willens war, Google mit "thermonuklearen Krieg" zu überziehen, verriet Jobs zu diesem Zeitpunkt jedoch seinem Biographen Walter Isaacson.

Zu Prozessbeginn hatten die Anwälte Apples ihre Forderung nach einem Schadensersatz von zwei Milliarden US-Dollar bekräftigt, als erster Zeuge sagte Apples Senior Vice President Marketing Phil Schiller aus und gab erneut Einblicke in die Entwicklung des iPhone und das Risiko, dass Apple eingegangen haben will. Samsungs Anwälte werfen Apple vor, verloren gegangene Marktanteile sich vom Gericht bezahlen zu lassen, pro verkauften Samsung-Smartphone will Apple 40 US-Dollar nachträgliche Lizenzen. Konkret geht es in dieser Runde um die Verletzung von fünf Apple-Patenten wie "Slide to unlock" oder die automatische Textergänzung, Samsung wirft Apple dagegen die Verletzung von zwei seiner Patente vor.

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