923058

Sasser-Entwickler hat Angst vor Schadensersatzansprüchen

16.06.2004 | 15:34 Uhr |

Den Verursacher des Computer-Wurms "Sasser" plagen Zukunftsängste wegen möglicher Schadenersatzklagen.

Der 18-Jährige aus Waffensen in Niedersachsen, der die Virus- Programmierung gestanden hatte, sagte dem Magazin "Stern": "Ich habe Angst, dass mein Leben im Eimer ist. Wie soll ich denn alles zahlen, wenn viele Klagen kommen?" Sein Rechtsanwalt, Jens Möwe, sagte der dpa am Mittwoch, es seien 30 bis 40 Schadenersatzforderungen eingegangen. "Die Bandbreite geht von 45 Euro bis 3500 Euro." "Sasser" soll weltweit Millionen Computer infiziert und zum Absturz von Rechnern mit Microsoft-Betriebssystemen geführt haben. Der Programmierer des Internet-Wurms, gegen den wegen Computer- Sabotage ermittelt wird, war im Mai nach einem Tipp aufgeflogen. Die Staatsanwaltschaft in Verden rechnet damit, Ende Juli oder Anfang August die Ermittlungen abzuschließen und Anklage zu erheben. "Wir warten noch auf ein nötiges Gutachten und Zulieferungen von Microsoft", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Helmut Trentmann. Rund 50 Privatleute und überwiegend kleinere Unternehmen hätten der Behörde bislang Computer-Schäden gemeldet. Auch zwei größere Städte in Süddeutschland, eine öffentlich-rechtliche Anstalt und die Europäische Kommission hätten Angaben gemacht. Allerdings haben die Ermittler auch einige Mühe, von den Unternehmen Auskunft über Schäden zu bekommen. ""Wir telefonieren uns die Finger wund, um von Organisationen und Unternehmen zu erfahren, ob sie Ausfälle hatten", sagte Trentmann. "Ich könnte mir vorstellen, dass durchaus Interesse da ist, mit Sicherheitsproblemen nicht an die Öffentlichkeit zu gehen." Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft unter anderem, ob auch die britische Küstenwache betroffen war. Der 18 Jahre alte "Sasser"-Verursacher sucht nach Darstellung seines Anwaltes derzeit "händeringend" nach einer Lehrstelle in der Computer-Branche. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
923058