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Film und Fernsehen bereichern News Corp. und Time Warner

06.05.2010 | 07:25 Uhr |

Krise überstanden: Medienmogule fahren dank neuesten Projekten deutliche Gewinne ein und kündigen den Einstieg auf die neue Plattform iPad an

Die wieder entflammte Lust auf Kino und die Rückkehr der Werbung auf die Mattscheibe füllen den Medienkonzernen die Kasse. Nach der MTV-Mutter Viacom sind nun auch die News Corp. von Rupert Murdoch und Time Warner mit satten Gewinnen ins neue Jahr gestartet. Selbst die abgebrühten Börsianer waren überrascht, dass die Medienunternehmen die Krise derart schnell hinter sich gelassen haben.

Bei Time Warner sprang der Gewinn unterm Strich auf 725 Millionen Dollar (545 Mio Euro) hoch. Konzernchef Jeff Bewkes sprach am Mittwoch von einem Rekordergebnis. Im krisengezeichneten Vorjahreszeitraum hatte seine Firma 660 Millionen Dollar verdient. Auch im Gesamtjahr will Time Warner deutlich mehr verdienen. Bei den Filmfans kam besonders die Neuauflage von "Sherlock Holmes" gut an. Gegen den 3D-Fantasiestreifen "Avatar - Aufbruch nach Pandora" sah der britische Detektiv aber blass aus. Die Erzählung von Außerirdischen, deren Planet von den Menschen ausgebeutet wird, entwickelte sich mit Einnahmen von 2,7 Milliarden Dollar zum kommerziell erfolgreichsten Film aller Zeiten.

Das Geld landete zu einem guten Teil bei der News Corporation und bescherte dem von Rupert Murdoch kontrollierten Konzern einen Gewinn von unterm Strich 839 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatten der Verkauf einer Tochtergesellschaft und eine Steuergutschrift das Ergebnis allerdings auf 2,7 Milliarden Dollar hochgetrieben. Diese Sondereffekte beiseitegelassen, konnte der Konzern seinen Gewinn in etwa verdreifachen.

Da auch das Zeitungs- und Buchgeschäft wieder angesprungen ist, stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar. Zur News Corp. gehört das Filmstudio 20th Century Fox, die Fernsehsender-Kette Fox, Zeitungen wie das "Wall Street Journal" oder die britische "Times" und "Sun". Auch Bezahlsender wie "Sky Deutschland"(ehemals Premiere) sind Teil von Murdochs Medienreich.

Time Warner konnte um 5 Prozent 6,3 Milliarden Dollar Umsatz wachsen. Neben dem Filmstudio Warner Brothers gehört unter anderem der TV-Nachrichtensender CNN zum Konzern. Mit dem Time-Verlag ist das Unternehmen auch im Zeitschriften-Geschäft aktiv und verlegt etwa "Sports Illustrated" oder das Klatschmagazin "People". Vom Kabel- (Time Warner Cable) und Internetgeschäft (AOL) hat sich der Konzern zwischenzeitlich getrennt. Bereits der Rivale Viacom, zu dem unter anderem die Paramount- Filmstudios und der Musiksender MTV gehören, war stark ins neue Jahr gestartet. Disney legt seine Zahlen in der kommenden Woche vor (11. Mai). Das Medien-Urgestein Murdoch ist zuversichtlich, dass der gute Lauf mittelfristig anhält. Sein neuestes Lieblingsprojekt ist das iPad von Apple. Er verspricht sich davon eine "Revolution in der Mediennutzung". Murdoch will die Inhalte seines Medienimperiums über den schlanken Computer mit berührungsempfindlichen Bildschirm verkaufen. Er berichtete über einen guten Start des Geschäfts. (dpa)

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