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Schambach verlässt Intershop

05.02.2004 | 10:35 Uhr |

Intershop-Gründer Stephan Schambach verlässt das angeschlagene Jenaer Software-Unternehmen.

Der Aufsichtsrat habe Schambachs Wunsch entsprochen, ihn von den Pflichten als Vorstandsmitglied zu entbinden, teilte die Intershop AG am Mittwochabend mit. Schambach wolle neue unternehmerische Aufgaben übernehmen, bleibe Intershop aber als Aktionär verbunden. Der 33- Jährige, der nach Verlusten und Umsatzeinbußen im vergangenen Jahr in die zweite Reihe zurückgetreten war, hält etwa 19 Prozent der Aktien. Schambach, der kurz nach der Wiedervereinigung mit Anfang 20 seine erste Firma in Jena gründete, galt in der Hochzeit der «New Economy» als Vorzeigeunternehmer und Internetpionier Ostdeutschlands. 1998 war die erst 1992 gegründete Intershop AG als eine der ersten Firmen aus den neuen Ländern an die Börse gegangen. Mit dem Rückzug Schambachs haben alle drei Gründer das auf Programme für den Internet-Handel spezialisierte Unternehmen verlassen. Intershop war nach dem Platzen der Internetblase Anfang 2001 wirtschaftlich ins Trudeln geraten. Im Januar wurde die Notierung an der US-Computerbörse NASDAQ auch aus Kostengründen eingestellt.
Der Firmengründer hatte nach mehreren Sanierungsversuchen im Juli 2003 die Leitung des damals noch ums Überleben kämpfenden Softwareanbieters an seinen Finanzvorstand Jürgen Schöttler abgegeben. Nach elf Jahren an der Spitze wollte sich Schambach als Vorstandsmitglied auf Strategie, Produktentwicklung und Kunden konzentrieren. Der promovierte Ökonom Schöttler managt die Umstrukturierung und sorgte in den vergangenen Monaten für eine finanzielle Stabilisierung. Der Sanierung fielen im vergangenen Jahr etwa 200 Stellen zum Opfer. Intershop beschäftigt noch etwa 250 Angestellte. Zahlen für das Geschäftsjahr 2003 sollen in der kommenden Woche vorgelegt werden.

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