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Scharf gestellt: Leopard für Weitsichtige

25.10.2006 | 12:47 Uhr |

Leopard macht Schluss mit unleserlichen Oberflächen und immer kleineren Icons. Was bislang nur als Gerücht in die Welt gedrungen war, bestätigt und erklärt Apple nun in einem Dokument für Entwickler: Bislang mussten sie beim Design ihrer Software davon ausgehen, dass Displays 72 Bildpunkte pro Zoll (dpi) auflösen - deshalb passen sie bislang Bedienelemente und Icons an diese normierte Größe an.

Inzwischen aber sind moderne Bildschirme oft zu weit mehr fähig. Mac OS X 10.5 greift diese Entwicklung auf, schafft neue Anforderungen an Entwickler und neue Möglichkeiten für Anwender.

"Fortschritte in der Bildschirmtechnik setzen die alte Prämisse außer Kraft, Bildschirme lösten stets 72 dpi auf", schreibt Apple auf einer Internetseite der ADC . "Heute liefern wir Macs mit Displays aus, die eine native Auflösung von 100 dpi und besser bieten." In den nächsten Jahren würde die Anzahl von Bildpunkten, die sich innerhalb eines Zolls (2,54 Zentimeter) darstellen lassen, weiter dramatisch wachsen. Dadurch ließen sich Bilder schärfer und feiner abgestuft anzeigen, die neue Technik sei für pixel-basierte Interfaces aber nicht mehr geeignet. Mac OS X 10.5 stellt für die vor allem auf hochwertigen Displays entstehenden Probleme - beispielsweise immer kleinere Icons - eine Lösung bereit und bricht nicht nur mit der 72-dpi-Norm: Das ganze System soll nun mit Hilfe der Carbon- und Cocoa-Bibliotheken Interface-Elemente im richtigen Maßstab zeichnen. Obwohl die Benutzeroberfläche und deren Elemente auf neuen Bildschirmen noch in der gleichen physikalischen Größe angezeigt werden, können Anwender mit Leopard von der höheren Auflösung und Schärfe profitieren. Auf einem Display mit 100 dpi besteht beispielsweise ein Foto bei gleichbleibender Größe (die sich mit dem Lineal abmessen lässt) aus 38 Prozent mehr Bildpunkten als auf einem mit 72 dpi, es ist schärfer und zeigt mehr Details. Dank Leopard werden die Menüs und Bedienelemente der geöffneten Fotosoftware deshalb trotzdem nicht kleiner. Für Programmierer dürfte die neue Technik je nach Projekt einigen Aufwand bedeuten: "Die Einführung einer unabhängigen Auflösung könnte bedeuten, dass Sie Arbeit in ihre Applikationen stecken müssen, um sie so gut wie möglich aussehen zu lassen", warnt Apple die Entwickler. "In modernen Cocoa- und Carbon-Applikationen werden bei der meisten Arbeit raster-basierte Ressourcen im Mittelpunkt stehen. Ältere Applikationen, die QuickDraw verwenden, werden mehr Arbeitsaufwand benötigen, weil man QuickDraw-basierte Aufrufe durch Quartz-Aufrufe ersetzen muss."

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