872107

Schichtwechsel: Rage 128 geht, Radeon 256 kommt

25.04.2000 | 00:00 Uhr |

ATI schickt den Rage 128 demnächst in den Ruhestand. Apples Grafikchip-Zulieferer zeigte auf der Windows Hardware Engineering Conference den Nachfolger des anderthalb Jahre alten 2D/3D-Beschleunigers und kündigte für Sommer 2000 erste auf dem Radeon 256 basierende Produkte an.

Zwar machte ATI noch keine Angaben darüber, ob der Radeon 256 den Rage 128 als Apples Standard-Grafikchip ersetzen wird. Das Unternehmen erklärte aber, dass der neue Baustein das Mac-OS und die von Apple adaptierte 3D-Grafik-Programmierschnittstelle Open GL 1.2 unterstütze.

Darüber hinaus, so ATI-Sprecher gegenüber unserer Schwesterpublikation Macgaming.com, unterstütze er Apples DVD-Hardware sowie die digitale DVI-Videoschnittstelle, über die auch die im Power Mac G4 verwendeten ATI-Karten sowie die Flachbildschirme von Apple verfügen. Fraglich sei allerdings, ob es jemals PCI-Karten mit dem für die AGP-Schnittstelle (Advanced Graphic Port) optimierten Chip geben werde.

Wie Macgaming.com weiter berichtet, verspricht ATI mit dem Radeon 256 eine im Vergleich zum Rage 128 deutlich bessere Spiele-Performance auf dem Mac, insbesondere bei höheren Auflösungen. Große Monitore seien inzwischen Standard, so ein ATI-Sprecher, da müsse eine Grafikkarte bei einer Auflösung von 1024 x 768 und Millionen Farben zumindest 60 Frames pro Sekunde in einem modernen 3D-Spiel liefern können. Dies werde der Radeon 256 leisten.

Radeon-Produkte werden nach Einschätzung ATIs selbst die vor kurzem von 3dfx angekündigten Voodoo-5-Karten übertrumpfen. Eine mit einem Radeon bestückte Karte werde eine "Leistung deutlich über der einer Voodoo 5" mit zwei Prozessoren bieten.

Der Radeon 256 besteht aus mehr als 30 Millionen Transistoren und wird im .18-Micron-Prozess gefertigt. Er wird bis zu 128 MB Video-RAM des mit 200 MHz getakteten Typs Double-Data-Rate (DDR) unterstützen.

Seine Geometrie-Einheit mit dem Namen Charisma Engine soll ATI zufolge über eine Rechengeschwindigkeit von 30 Millionen Dreiecken pro Sekunde verfügen, während die Rendering-Engine "Pixel Tapestry" 1,5 Gigatexel, also 1,5 Milliarden mit Textur versehene Pixel pro Sekunde berechnen können soll. Laut ATI wäre der Radeon damit der erste Chip, der die Gigatexel-Grenze durchbricht. lf

Info: ATI, Internet: www.atitech.com

0 Kommentare zu diesem Artikel
872107