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Schickt Apple Snow Leopard wirklich in den Ruhestand?

07.03.2014 | 08:00 Uhr |

Schon zwei Mal musste Snow Leopard bei Apples Update-Runden aussetzten – Grund genug für wilde Spekulationen über die Zukunft des Schneeleoparden. Kann Apple sich dieses Vorgehen leisten?

Seinen Kunden lieb gewonnene Dinge wegzunehmen sorgt gerade in der schnelllebigen IT-Welt für Ärger. Wiederholt musste beispielsweise Microsoft den Support für das mittlerweile fast schon antike Windows XP verlängern – sehr zur Freude vieler IT-Gewohnheitstiere. Gefreut haben sich aber auch Cyber-Kriminelle über ein System, das zwar für Microsoft-Verhältnisse äußerst stabil und zuverlässig lief, dessen Sicherheitslücken und Schwächen (alte Versionen des Internet Explorers zum Beispiel) sich aber mittlerweile herumgesprochen haben. Die knapp 30 Prozent der verbleibenden Benutzer von Windows XP werden für Microsoft dann auch in den nächsten Wochen zum Problem. Denn: Was tun mit Update-Unwilligen Nutzern?

Klar, der Vergleich mit Microsofts Uralt-Windows hinkt allein schon wegen der mittlerweile knapp 13 Jahre währenden Lebensspanne. Snow Leopard bringt es da auf eher beschauliche fünf Jahre. Doch vergleicht man die aktuellen Zahlen von Netmarketshare, vereint die beiden OS-Oldies ein nicht unwesentlicher Faktor: die noch immer enorme Beliebtheit der beiden Betriebssysteme bei den Nutzern – knapp 19 Prozent aller Macs laufen den aktuellen Zahlen zufolge noch unter Snow Leopard. OS X 10.6 war Apples letztes Betriebssystem, das mit alten Power-PC-basierten Apps kompatibel war, da es noch die Rosetta-Umgebung enthält. So konnten alte PPC-Apps auch auf Intel-Macs ausgeführt werden.

Keine Updates

Nun soll das Support-Aus mit OS X Snow Leopard auch eines der beliebtesten Apple-Betriebssysteme aller Zeiten getroffen haben. Der Grund für die Vermutung: Apple hat mit dem k ürzlich erschienen Update 10.9.2 für OS X Mavericks neben neuen Funktionen für 10.9 und dem Fix für den „goto fail“-Bug auch komplementäre Sicherheitsupdates für OS X Mountain Lion und OS X Lion veröffentlicht – Snow Leopard bleib erstmals bei einem großen Sicherheitsupdate außen vor. Bereits im Dezember waren die Bugfixes und Leistungsverbesserungen für Safari 6 bzw. 7 nicht mehr für Snow Leopards Safari 5.1.10 angepasst worden.

Ein offizielles Statement von Seiten Apples wird es wie in der Vergangenheit üblich wohl auch diesmal nicht geben. Denn Apple pflegt für seine Betriebssysteme – egal ob iOS oder OS X – keinen Support-Status, wie beispielsweise bei iMacs, Macbooks oder anderer Hardware. Ein Blick zurück in die jüngere Vergangenheit genügt aber, um eine Prognose zu wagen: Das dürfte es mit weiteren Updates für OS X Snow Leopard gewesen sein.

Quelle: Netmarketshare
Vergrößern Quelle: Netmarketshare

Jährlicher Wechsel, kürze Lebenszeit

Doch warum wird Snow Leopard bei Updates nicht mehr berücksichtigt? Bisher wurden Apples Betriebssysteme nach einem einfachen Schema gepflegt: Das aktuellste System, plus seine zwei Vorgänger werden mit Updates versorgt. Während große Feature-Updates wie das jüngst erschienene OS X 10.9.2 nur für die aktuellste Version von OS X verfügbar gemacht werden, erhalten die beiden älteren Vorgänger (im aktuellen Kontext also Mountain Lion und Lion) jeweils die sicherheitsrelevanten Bestandteile als separates Sicherheitsupdate. Ungeachtet der genannten Sicherheitsupdates pflegt Apple auch Neuerungen und Bugfixes bei Safari, iTunes und Quicktime weiter zu pflegen.

Seit Apple mit der Einführung von OS X Lion (10.7) im Jahr 2011 einen veränderten Lebenszyklus für seine Desktop-Betriebssysteme eingeschlagen hat, erschienen neue Versionen von OS X im Jahresrhythmus. Vor OS X Lion erschienen neue Versionen von Apples Desktop-Betriebssystemen in Zeiträumen von etwa 2 Jahren. Die Folge der jährlichen Erscheinungsweise: Kürzere Produktzyklen und damit verbunden auch – kürzere Lebenszeiten der einzelnen Systeme.

Was nun?

Diese Erklärungen und Einschätzungen helfen natürlich den etwa 19 Prozent der verbliebenen Nutzer von OS X Snow Leopard – von denen sicher auch viele Macwelt-Leser sind – nur wenig. Doch was können Sie tun? Neukauf von Mac-Hardware? Upgrades auf Lion, Mountains Lion oder Mavericks? Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen, wir fassen sie demnächst in einem separaten Artikel zusammen.

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