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Schiller: Apple hat mit iPhone alles riskiert

15.11.2013 | 12:37 Uhr |

Das iPhone hat den IT-Markt und Apples Stellung darin radikal verändert. Wie Marketingchef Phil Schiller vor Gericht erklärt, ist Apple vor ein paar Jahren dafür ein sehr hohes Risiko eingegangen.

Im Prozess gegen Samsung, in dem das Bezirksgericht von Nordkalifornien Apples Schadensersatzansprüche aus Patentverletzungen verhandelt, hat der Marketingchef des Unternehmens Phil Schiller während einer nur elfminütigen Aussage interessante Einsichten in die Firma Apple gewährt, berichtet Cnet . Mit dem iPhone habe Apple seinerzeit alles riskiert und gewaltige Ressourcen vor allem aus dem prosperierenden iPod-Segment abgezogen. Es habe ein Scherzwort gegeben, beim iPhone handle es sich um ein "Verwette-die-Firma"-Produkt, verriet Schiller.

Was schon länger bekannt ist, hat Schiller vor Gericht erneut bestätigt: Bei Apple habe man mit der Entwicklung des iPhone erst begonnen, als man bereits an einem Tablet arbeitete, aus dem später das iPad wurde. Zunächst seien etwa nur 100 Personen am iPhone-Projekt beteiligt gewesen, heute arbeite mehr oder weniger das gesamte Unternehmen am iPhone.

Das Gericht hat sechs Verhandlungstage für die Beweisaufnahme angesetzt, ab nächster Woche soll die Jury über die Höhe der Apple zustehenden Entschädigung beraten. Apple hatte zum Auftakt eine Summe von 380 Millionen US-Dollar genannt, Samsung hält nicht mehr als 53 Millionen US-Dollar für angemessen. Zur Unterstützung seiner Argumente hat Apple die Bilanzierungsexpertin Julie Davis geheuert, die dem Gericht erklärte, der Schaden würde selbst dann noch 287 Millionen US-Dollar betragen, wenn Apple wegen Samsung kein einziges Gerät weniger verkauft hätte. Sie könne indes eine derartige Beeinträchtigung der iPhone-Verkäufe feststellen. Der Marketing-Professor des MIT John Hauser bestätigt, ein für 200 US-Dollar verkauftes Smartphone würde Apple-Technologie im Wert von etwa 100 US-Dollar enthalten.

Richterin Lucy Koh hat beide Parteien erneut zu Verhandlungen über einen Vergleich aufgefordert, bevor ein neues Verfahren im März 2014 beginnt. Apple und Samsung haben versprochen, entsprechende Dokumente bis zum 8. Januar einzureichen.

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