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Schiller: "Apple verschmolz Antennen mit Lautsprechern"

29.10.2015 | 09:31 Uhr |

In Cupertino, Kalifornien, traf sich der sonst so interviewscheue Marketing-Vizepräsident von Apple, Phil Schiller, zu einem Gespräch. In Apples Hauptquartier äußerte er sich zu vielen Themen und über die Visionen des Konzerns.

In einem Interview mit Lance Ulanoff von Mashable sprach Phil Schiller , Apples Marketing-Vizepräsident, über Apples Arbeit, Produkte und über die Zukunft des Konzerns. Jedem, der einmal eine Apple-Keynote gesehen hat, sollte der Name Schiller ein Begriff sein: Neben Steve Jobs hat auch Phil Schiller die Eigenschaft, so leidenschaftlich von Apples Produkten zu sprechen, dass man sofort davon angesteckt wird.
 
Zu Beginn des Interviews sprachen Schiller und Ulanoff vor allem über die Anfänge von Apple. Schiller, der 1987 zu Apple kam, konnte viele Veränderungen über die Jahre beobachten: „Von Anfang an hat Apple mithilfe des Macs die Verantwortung für das große Ganze übernommen: Hardware, Software, die Art und Weise, wie Applikationen funktionieren und zunehmend auch Internet Dienste. Aber das meint heute etwas ganz anderes als noch vor 20 Jahren“, sagte Schiller.
 
Ein großes Thema war auch die Zusammenarbeit, wozu auch Vizepräsident für Mac und iPad Engineering, John Ternus , dazu stieß. Laut Schiller und Ternus sei ein Großteil der Innovationen, wie beispielsweise die Entwicklung der sogenannten „speaktenna“, ein Bauteil, das die Funktionen der Lautsprecher und der Antennen für Wi-Fi und Bluetooth kombiniert, nur durch die großartige Zusammenarbeit von verschiedenen Teams möglich gewesen.
 
„Am Ende arbeitete eine Gruppe von Antennen-Ingenieuren, die mehr als alle anderen über Lautsprecher Bescheid wussten, mit einer Gruppe von Lautsprecher-Ingenieuren, die sehr viel  über Antennen wussten, zusammen.“, erklärte Ternus. Diese Art von Zusammenarbeit sei heute Bestandteil der Unternehmens-DNA.

Schiller über Entwicklungen und Apples Zukunft

 
Apples Stärke liege vor allem darin, Lösungen für schwere, technische Probleme zu finden, auch wenn nicht immer die passenden Ressourcen parat liegen: „Es gibt Zeiten, in denen wir Apple mit bestimmten Ressourcen versorgen müssen, um somit Talent auszubauen und etwas zu schaffen, was zuvor nicht möglich war“, sagte Schiller. Auf die Frage, ob Apple alles gut machen würde, gab Schiller eine unerwartete Antwort: „Nein, auf keinen Fall, natürlich nicht. Und wir wollen auch nicht so klingen, als ob wir perfekt seien. Wir sind es nie, wir müssen immer besser werden und müssen immer zuhören, wo wir uns selbst noch verbessern können.“ Zudem sei Apple laut Schiller immer dafür offen, alte Ideen zu überarbeiten und zu optimieren, egal, ob das für ein extrem großes iPad mit einem optionalen Stylus (Apple Pencil) gilt oder etwa bei einer komplett neuen Entwicklung.
 
„Wenn wir uns im Entwicklungsprozess befinden, ist es großartig, dass die Teams die Freiheit besitzen, alle Aspekte neu zu überdenken, um somit das Produkt besser zu machen. Sie sind nicht an einen Plan gebunden“, sagte Schiller. Der Erfolg liegt auf der Hand: Allein im letzten Quartal hat Apple rund 5,7 Millionen Macs verkauft. In den letzten zwölf Monaten verkaufte Apple sogar mehr als 20 Millionen Macs. Somit sei Apples Marktanteil um mehr als 13 Prozent gestiegen. Trotz großer Konkurrenz zeigt sich Schiller überzeugt, dass die Zukunft Apple gehöre: „Gewiss gibt es heutzutage mehr Angebote und mehr Leute versuchen einen Markt aufzubauen. Aber auf Grund all der Daten, die ich einsehen konnte, ist dieser Markt immer noch unglaublich klein und eine Nische und wird wahrscheinlich nicht wachsen. Mal sehen, was die Zukunft bringt.“
 
Auch wenn Schiller nicht Microsoft beim Namen genannt hat, ist doch deutlich, dass er hierbei vor allem auf Konkurrenzprodukte wie das Surface Pro oder das neue Surface Book anspielt. In dem Interview wird jedoch sehr schnell deutlich, dass der Erfolg von Apple deutlich durch die persönliche Einstellung der Mitarbeiter geprägt ist. Immerhin ist es bei den Apple-Fans nicht ungewöhnlich, dass die Produkte mehr sind als nur zusammengebaute Technik: „Das ist ein Phänomen, welches bereits auf die erste Generation der Macs zurückzuführen ist. Sie haben bestimmte Gefühle für ihre Macs, die man normalerweise nicht mit Objekten in Verbindung  bringt. [...] Ehrlich gesagt ist das der Fall, warum wir versuchen dieses Gefühl zu unterstützen und noch weiter zu verbessern, nicht nur, wenn wir die Produkte ausliefern, sondern schon dann, wenn wir uns selber bei der Entwicklung mit ihnen identifizieren können.“

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