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Schluss mit HDMI: Kopierschutz des DVD-Nachfolgers bereits umgangen

08.02.2007 | 15:17 Uhr |

Auch den DVD-Nachfolger haben Hacker nun geknackt. Dabei freute sich die Filmindustrie gerade deswegen auf die neue Silberlinge, weil sie einen besonders sicheren Kopierschutz mitbringen sollten.

Spiegel online berichtet: "Nur wenige Wochen nach der erstmaligen Entschlüsselung einer HD-DVD durch den Hacker muslix64, ist mit "Serenity" nun der erste High-Definition-Film in einer P2P-Tauschbörse aufgetaucht."

In einem Interview weist muslix64 die Bezeichnung "Hacker" weit von sich, er sei nur ein Verbraucher , der seinen Film auf einem Bildschirm ohne HDCP-Technik abspielen wolle. Ohne diese Technik nämlich sollen sowohl HD-DVD- als auch Blu-Ray-Medien nicht funktionieren, wenn es nach dem Kopierschutz AACS (Advanced Access Content System) geht. Wie für jedes Schloss gibt es auch für AACS passende Schlüssel - und die sollten eigentlich nur ausgesuchte Medienplayer und Endgeräte mit HDMI-Anschluss kennen, vor neugierigen Blicken in den Tiefen ihrer Systeme versteckt. Mehrere Kopien eines Films sind dabei identisch - und haben somit auch den gleichen Schlüssel. Nun aber liest die japanische Version der Windows-Software WinDVD 8 HD die geheimen Schlüssel nicht nur aus, sondern kopiert sie völlig ungeschützt in den Arbeitsspeicher des Computers. Der findige Computerfreak, der diese Lücke soeben entdeckt hat, liest sie dort aus und kann sie - einen für jeden einzelnen Film - Kopierern zur Verfügung stellen. Und schon ist die Industrie wieder am Zuge: Um die Umgehung zu verhindern, könnte sie die den Kopierschutz verschärfen und beispielsweise jedes individuelle Medium mit einem eigenen Schlüssel versehen. Das macht das ganze Verfahren zwar teurer, doch das Katz- und Maus-Spiel hat nun einmal begonnen. Die Filmindustrie hat anscheinend ohnehin noch eine Menge Trümpfe in der Hand, besonders für das von Apple offiziell bevorzugte Blu-ray-Format. Das gilt zwar als besonders sicher, könnte auch auf Grund von Bedenken der Anwender aber gerade auch deshalb im Nachfolgestreit unterliegen.

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