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Schnellere Downloads unter Mac-OS X

20.02.2003 | 12:24 Uhr |

Besonders DSL-Nutzer profitieren von einigen Optimierungsprogrammen, die unter Mac-OS X das Surfen beschleunigen.

München/Macwelt - Internetverbindungen sind nie schnell genug. Auch nach der Installation von DSL gewöhnt man sich schnell an hohe Transferraten und wünscht sich schnellere Downloads. Kein Wunder, dass es einige Programme gibt, die die Up- und Downloadzeiten von Mac-OS X und Mac-OS 9 verbessern sollen.
Für T-DSL-Nutzer unter dem klassischen Mac-OS gibt es das Programm Speed Manager von T-Online, das eine Reihe von Netzwerkeinstellungen wie etwa den so genannten MTU-Werte (Maximum Transmission Unit) auf die für DSL richtigen Werte setzt. (Für Modem 576, bei DSL 1500). Als Standard sind viele Netzeinstellungen des Mac auf eine Internet-Einwahl per Modem abgestimmt. Als Alternative gibt es auch eine Reihe von Freeware und Sharewareprogrammen wie etwa IPNet Tuner , die diese Einstellungen verändern, ihre Anwendung ist aber für die meisten Nutzer wohl doch zu kompliziert.

Ist der MTU-Wert zu klein, sind die Durchsatzraten schlecht, Downloads dauern länger als notwendig. Ist der Wert jedoch zu hoch eingestellt, so kommt es zu Problemen beim Upload, Webseiten lassen sich nicht mehr aufrufen. Je nach Verbindungsart können hier sehr unterschiedliche Einstellungen nötig sein. Die von Mac-OS X voreingestellten Werte sind in der Regel der beste Kompromiss an Geschwindigkeit und Stabilität.

Auf diesem Prinzip basiert auch eine zweite Tuning-Methode: die Vergrößerung der für Datenpakete reservierten Pufferspeicher: Über ein TCP/IP-Netz werden Daten als Datenpakete einer voreingestellten Größe verschickt (bei Mac-OS X sind dies 32768 Bit). Verdoppelt man diese Größe auf 65536 soll sich die Transfergeschwindigkeit stark erhöhen. Besonders Nutzer einer Standleitung oder DSL-Nutzer profitieren davon.

Unix-Fans konfigurieren diese Werte über das Terminal, es gibt für Mac-OS X aber eine Reihe an Programmen, die diese Optimierungen automatisch durchführen.
Besonders einfach erhält man diese optimierten Einstellungen mit dem Programm Broadband Optimizer . Das kostenlose Tool ist nur 20 KB groß und wird zur Installation in den Library-Ordner Startup Items gelegt. Nach einem Neustart werden dann die neuen Einstellungen wirksam.

Subjektiv wirken Downloads und Seitenaufbau aufwendiger Internetseiten schneller, anhand eines kleinen Test wollen wir die Wirksamkeit aber etwas genauer überprüfen. Dazu übertragen wir über ein lokales Netz eine Datei per TCP/IP an einen anderen Rechner und messen mit unserem Tool How Fast die erzielten Transferraten bei Standardeinstellung und bei optimierter Einstellung.
Überraschend deutlich fallen die Unterschiede aus. Mit den Voreinstellungen von Mac-OS X erreichen wir eine Transferrate von 8,1 MB pro Sekunde, nach der Installation von Broadband Optimizer sind es ganze 9,1 MB. Eine deutlich spürbare Verbesserung, die den subjektiven Eindruck einer schnelleren Verbindung bestätigt.

Nicht zu empfehlen ist diese Änderung jedoch für Modemanwender. Für die relativ niedrigen Transferraten einer Modemverbindung ist die Voreinstellung des System offenbar am besten geeignet. Ohne Risiko ist diese Veränderung jedoch auch für DSL-Nutzer nicht. Bei einigen Anwendern kann die neue Paketgröße zu Störungen bei der Datenübertragung führen, hier sollte man sich dann doch mit den alten Einstellungen zufrieden geben: das Löschen von Broadband Optimizer und ein Neustart genügen. sw/ds

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