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Schnelles Netz mit Plastekabel

05.06.2007 | 11:43 Uhr |

Forscher von Siemens haben mit einem neuen Verfahren 1 Gigabit Daten pro Sekunde durch eine Plastikleitung gejagt. Das Übertragungsverfahren funktioniert derzeit allerdings nur im Labor.

© Siemens AG

Die Forscher der Siemens Corporate Technology haben dazu Polymerfaserkabel verwendet. Bislang war deren Übertragungskapazität auf rund 100 MBit pro Sekunde beschränkt. Das Siemens-Verfahren übermittelt die Daten allerdings nicht als Lichtimpulse, sondern wendet eine bereits bei DSL verwendete Mehrträgermodulation an. Diese Modulation haben die Forscher an Lichtimpulse angepasst.

„Durch die so genannte Quadratur-Amplituden-Modulation mit bis zu 256 Signalzuständen kann die so genannte Bandbreiteneffizienz gemessen in Bit pro Sekunde und Hertz deutlich erhöht werden“, sagte der Projektleiter Sebastian Randel. Der von Siemens entwickelte Algorithmus soll exakt 1.008 MBit pro Sekunde durch die Polymerleitung geschickt haben.

Allerdings kam das Verfahren bisher nur im Labor zum Einsatz. Die Siemens-Techniker schickten die Daten über eine 100 Meter lange Teststrecke.

Siemens sieht Anwendungsbereiche in der Industrie und im Privathaushalt. In Produktionsstätten seien Roboter oder Werkzeugmaschinen bereits jetzt mit Polymerfaserkabeln miteinander verbunden. Die Siemens-Technik soll hier den Datendurchsatz deutlich beschleunigen. Attraktiv könnte die Technik zudem für Privathaushalte sein. Ein Datensignal aus der Kupferleitung könnte mit Hilfe von Wandlerboxen übersetzt werden. Polymerkabel würden einen Haushalt vergleichsweise kostengünstig vernetzen und könnten mit Hilfe der Siemens-Technik auch HDTV-Signale übertragen.

Info: Siemens

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