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Schreiben im Apple Store oder über die wundersame Entstehung eines Buches

07.01.2008 | 12:40 Uhr |

Ein Buch zu schreiben ist ganz einfach. Man beginnt und irgendwann ist es fertig.

Manche brauchen dafür etwas "Starthilfe", William S. Burroughs erschoss seine Frau, verließ New York, traf Jane und Paul Bowles in Tanger, arbeitete vier Jahre an seinem Manuskript, das erst keiner wollte, und schon war "Naked Lunch" fertig. Erschossen hat Isobella Jade niemanden und sie verließ auch nicht New York - wohl aber die jeweilige Couch, auf der die damals wohnunsglose junge Frau übernachtete, um einen etwas ungewöhnlichen Platz zum Schreiben zu finden: Den Apple Store in SoHo, New York.

An den dortigen Rechnern schrieb Isobella Jade die größten Teile ihrer Geschichte und speicherte sie als eMail auf ihrem Yahoo-Account. Die Autorin berichtet von teilweise dramatischen Szenen, ihren Text zu retten, wenn die Internetverbindung zusammenbrach - ein befreundeter Regisseur eilte humpelnd durch die Stadt, um ihren Text mit einem CD-Rohling zu retten, für den sie kein Geld mehr hatte. Aber die Mühe hat sich gelohnt, das Buch der Kleinwüchsigen Almost 5'4" über ihren Kampf um einen Job als Model ist fertig geworden und erschien vorerst im Selbstverlag. Eine Lesung im Apple Store folgte, inzwischen hat The Friday Project" die Weltrechte erworben und plant die kommerzielle Veröffentlichung des Werkes. Dann wird sich die Autorin vielleicht auch einen eigenen Mac kaufen, wie sie berichtet, auf dem sie ihre Texte problemlos speichern kann. Bild: Buchcover 5'4"

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