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Schröder: Neue Medien zentrale soziale Frage

08.03.2002 | 11:11 Uhr |

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht die gleichberechtigte Nutzung der neuen Medien als wichtigste soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Die Fähigkeit, das Zusammenwirken von Texten, Tönen und Bildern zu verstehen und ihre Botschaften zu entschlüsseln, werde wesentlich über die Zukunft der Gesellschaft entscheiden, sagte Schröder am Donnerstag auf einem Medienkongress in Berlin. Chancengleichheit in der Bildung sei der Schlüssel zu einer sozial gerechten Welt.

An dem zweitägigen Kongress der Stiftungen Bertelsmann und AOL Time Warner über die Nutzung der neuen Medien beteiligen sich Experten, Politiker und Wissenschaftler aus aller Welt. Vorgestellt werden zukunftsweisende Projekte zum Umgang mit Internet und Multimedia. Als Gäste nehmen unter anderem Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar, die frühere amerikanische Außenministerin Madeleine Albright sowie der Vorsitzende von AOL Time Warner, Steve Case, teil.

Die Bundesrepublik habe in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Verbreitung des Internet unternommen, sagte Schröder. Heute seien alle 35 000 allgemein bildenden Schulen kostenlos ans Netz angeschlossen, 1998 seien es nur 15 Prozent davon gewesen. Zur Verbreitung des Internet hätten die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes und die sich daraus ergebende Kostensenkung wesentlich beigetragen.

Entscheidend seien auch weltumspannende Kultur und Toleranz sowie die Anwerbung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland, betonte der Kanzler. Ein Land, das sich engstirnig der Zuwanderung verweigere, werde wirtschaftlich zurückfallen. Kein Bereich sei so auf Internationalität angewiesen wie die Kommunikationsbranche. Hier liege Deutschland in Europa an der Spitze. dpa

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