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Schröder, Stoiber und der Aufschwung

13.03.2002 | 15:15 Uhr |

Der Kanzler und sein Gegenkandidat haben nach ihren ersten Streifzügen über die Cebit ein unterschiedliches Fazit gezogen

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erwartet von der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover positive Signale für die Konjunktur. Es werde eine Aufbruchstimmung deutlich, die sich auch auf die gesamte Wirtschaft auswirken werde, sagte Schröder bei seinem Eröffnungsrundgang am Mittwoch in Hannover. Optimismus müsse die Botschaft der Cebit sein.

Die deutsche Telekom- und Informationstechnik-Branche wird seiner Ansicht nach im europäischen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen geraten. "Diese Befürchtung muss man wirklich nicht haben", sagte er. Die Voraussetzungen seien angesichts des guten Ausbaus der Netze glänzend.

Nach Prognosen des Branchenverband BITKOM verlieren aber die deutschen Unternehmen in Europa in diesem und im nächsten Jahr Marktanteile. Die Wachstumserwartung für den deutschen IT-Markt hinken deutlich unter den angepeilten Werten für Europa hinterher.

Schröder sagte, ihn persönlich interessiere auf der Cebit insbesondere das hohe Maß an Sicherheit der Produkte, die gezeigt werden. "Ich gehöre zu denen, die ganz gespannt sind, wie es weitergeht mit der Spracherkennung, denn mit den Tasten hab' ich so meine Schwierigkeiten", sagte er.

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) sieht die deutsche Wirtschaft hingegen noch nicht im Aufschwung. "Wir spüren natürlich, dass die Indikatoren nach oben zeigen", sagte Stoiber bei einem Rundgang auf der weltgrößten Computermesse Cebit am Mittwoch in Hannover. "Ich will jetzt aber nicht von einem Aufschwung schon reden, wenn er noch nicht da ist."

Deutschland werde weniger an dem Wachstum teilhaben als andere europäische Länder, die ihre Strukturprobleme bereits gelöst hätten. "Es ist ein Aufschwung von außen", sagte Stoiber. Probleme, die Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nicht gelöst habe, würden auch nicht durch eine bessere Weltwirtschaft gelöst. Deutschland brauche ein Wirtschaftswachstum von mehr als zwei Prozent, damit es sich auf den Arbeitsmarkt auswirke. dpa

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