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Schweizer Uhrenindustrie leidet unter Apple Watch

12.05.2016 | 09:45 Uhr |

Nach der neuesten Statistik der Schweizer Uhrenmacher sind die Exportzahlen mit denen der Krise 2009 zu vergleichen.

Apple hüllt sich hartnäckig im Schweigen, was die Zahlen der Apple-Watch-Verkäufe angeht. Gängige Erklärung: Man wolle der Konkurrenz den Potential des Marktes nicht preisgeben. Doch wer ist hier die Konkurrenz? Ganz klar, die üblichen Rivalen wie Samsung mit Samsung Gear oder Google mit Android Wear , aber auch Uhrenhersteller wie Rolex oder Swatch. 

Die Schweizer Uhrenmacher haben die Gefahr schon frühzeitig erkannt und schon Anfang 2015 vor der neuen Konkurrenz durch Apple gewarnt. Elmar Mock meinte damals , bereits im ersten Jahr nach der Vorstellung könnte sich die Apple Watch besser verkaufen als alle anderen Uhrenmarken aus der Schweiz zusammen. Nicolas Hayek, der Chef von Swatch, sah die Sache etwas anders. Seiner Meinung nach sei die Apple Watch ein "interessantes Spielzeug" und keine richtige Konkurrenz für eine herkömmliche Uhr.

Wer nun Recht behalten hat, zeigt eine interessante Statistik des Verbandes der Schweizer Uhrenindustrie FH: Der Verband hat bis März 2016 reichende Verkaufsdaten veröffentlicht, in denen sich ein klarer Trend nach unten zeigt. Seit ungefähr April 2015 verschlechtern sich die Exportzahlen der Uhren, seit August 2015 sind die Umsätze erstmals abgerutscht und haben sich seit dem nicht erholt. Zwar ist es gewagt, die negative Entwicklung der Uhrenexporte aus der Schweiz mit dem Erscheinen von Apple Watch zu verbinden, doch manche Indizien sprechen dafür. Während der Umsatzrückgang in Hong Kong und China noch mit schwächelnden Konjunktur im Lande zu erklären sind, sind die Verluste auf dem US-Markt wohl ausschließlich der Konkurrenz von Apple zu verdanken.

Denn die Exporte aus der Schweiz blieben in den Jahren 2014 bis Mitte 2015 stabil, auch der Schweizer Franken hat sich in der zweiten Hälfte von 2015 gegenüber dem US-Dollar leicht vergünstigt . Auch die Unterteilung nach der Preiskategorie deutet auf die wachsende Konkurrenz von Apple Watch: Während ganz billige Uhren bis 200 CHF (umgerechnet 180 Euro) und die zwischen 450 und 2700 Euro relativ wenig zu den Verlusten beigetragen haben (Billig-Uhren -20%, Mittelklasse -9%), hat die Kategorie der Uhren in der Preisklasse zwischen 180 bis 450 Euro die meisten eingebüßt  (-27% der exportierten Einheiten gegenüber dem Vorjahr). Zur Erinnerung: Die Apple Watch Sport kostet 350 und 400 Euro für 38mm und 42mm respektive, bis vor einem Monat waren die Preise um 50 Euro höher, passten dennoch in die Kategorie 180 bis 450 Euro. 

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