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Schweizer Verbraucherschutz klagt gegen Apple Pay

08.07.2016 | 00:08 Uhr |

Mit Apple Pay wollte Apple das traditionelle Bezahlsystem revolutionieren. In den USA kann man schon seit längerer Zeit mit iPhone und Apple Watch seine Einkäufe bezahlen. Nun kommt das kontaktlose Bezahlsystem auch in die Schweiz, doch die Schweizer Verbraucherschützer haben noch vor Marktstart Klage gegen Apple eingereicht.

Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat noch vor dem angekündigten Marktstart von Apple Pay Klage gegen Apple eingereicht. Laut iPhone-Ticker soll die Wettbewerbskommission überprüfen, ob Apple seine „marktbeherrschende Stellung“ in der Schweiz missbrauche. Der Konsumentenschutz erklärt:



„Mit Apple Pay bringt Apple sein eigenes mobiles Wahlsystem auf den Markt. Diese App funktioniert, wie sämtliche vergleichbare Bezahlsysteme, über die sogenannte Near Field Communication (NFC). Diese Technologie ist schweizweit nahezu flächendeckend verfügbar. Der Marktriese Apple trifft somit beste Startvoraussetzungen für sein neues Produkt an.“

Aufgrund der Tatsache, dass Apple auf den iPhones alternative Zahlensysteme, wie beispielsweise Twint, nicht zulässt, fordert der Schweizer Verbraucherschutz nun, dass die digitale Infrastruktur auch für Drittanbieter geöffnet wird.

„Die Schweiz darf nicht vor Weltkonzernen wie Apple kuschen. Apple sperrt für andere Zahlensysteme den Zugriff auf die NFC-Vorrichtung des iPhones. Das ist unseres Erachtens ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Da mit dem Verhalten von Apple ein krasser Fall unzulässigen Verhaltens eines marktbeherrschenden Unternehmens zu befürchten ist, kann sich die Wettbewerbskommission nicht um die Eröffnung eines Verfahrens drücken“, erklärt Sara Stalder, SKS-Geschäftsleiterin. 


Apple hat den aktuellen Fall bis jetzt noch nicht kommentiert. Die Wettbewerbskommission will jedoch erst nach Markteinführung von Apple Pay über zukünftige Maßnahmen beraten.

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