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Sculley: Johnson sollte zu Samsung wechseln

12.04.2013 | 10:00 Uhr |

Apples ehemaliger CEO John Sculley hat in einem Interview mit dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg vorgeschlagen, der bei JC Penney als CEO gefeuerte Ron Johnson solle keineswegs zu Apple zurückkehren, sondern beim größten Konkurrenten Samsung anheuern.

"Wäre ich Samsung, würde ich ihn abgreifen, um das Projekt mit den 50 neuen Store-in-Stores zu leiten," sagte Sculley . Aber auch bei Apple werde es eine große Nachfrage nach der Rückkehr Ron Johnsons geben, der zuletzt als Senior Vice President Retail die Ladenkette der Apple Stores verantwortete.

Johnson war nur gut anderthalb Jahre Chef des Bekleidungsdiscounters , dass er der falsche Mann für den Job war, wollen nun nachträglich alle gewusst haben. Daniel Newman, CEO  des IT-Unternehmens EC3 , erklärt etwa der Huffington Post: "Ich war zunächst erstaunt, dass er für den Posten ausgewählt wurde. Ich war überrascht, dass der Aufsichtsrat seiner Strategie zustimmte." JC Penney hatte im letzten Jahr 27 Prozent Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, Johnson hat nach Ansicht des Aufsichtsrates die Kunden der Kette vergrault, indem er unter anderem Rabattaktionen strich.

Sculley will über Johnson nichts Schlechtes sagen, hält aber seinen Wechsel von Apple zu JC Penney für einen Fehler: "Er hat sich einfach die falsche Branche ausgesucht." Statt etwas ganz anderes zu machen, hätte er weiter in der High-Tech-Branche wirken und etwa bei Samsung die Unternehmenskultur ändern sollen. Bei dem Versucht JC Penney für die Zukunft fit zu machen, habe er aktuelle Umsatzströme vernachlässigt und Stammkunden verloren. Dabei zieht der ehemalige Apple-Chef Parallelen zu seinem eigenen Wirken. Als er bei Apple als CEO angefangen habe, konzentrierte er sich demnach komplett auf den Umsatzbringer Apple II, während Steve Jobs mit seinem Team am Macintosh werkelte, der erst Jahre später zum kommerziellen Erfolg wurde und den Apple II als solchen ablöste.

Der Blogger John Gruber sieht die Schuld für Johnsons Entlassung jedoch nicht beim Manager, sondern beim Aufsichtsrat. JC Penney hätte Johnson gar nicht erst anstellen sollen, wenn das Unternehmen ihm nicht genügend Zeit geben wollte, um seine Vorstellungen umzusetzen.

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