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"Second Life"-Gründer: Virtuelle Welt "immer noch am Anfang"

29.01.2008 | 10:20 Uhr |

Die Online-Welt «Second Life» steht nach Aussagen des Gründers Philip Rosedale «immer noch am Anfang». Trotz des Medienhypes im vergangenen Jahr sei die Betreiberfirma Linden Lab mit 250 Mitarbeitern vergleichsweise klein - daher habe man Schwierigkeiten gehabt, den rasanten Anstieg der Nutzerzahlen zu verkraften: «Es war enorm viel Arbeit, 'Second Life' am Laufen zu halten», sagte Rosedale im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Seit 2003 online war die dreidimensionale Welt im vergangenen Jahr ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit geraten.

Rosedale räumte ein, dass sein Unternehmen nach wie vor einige technische Probleme beheben muss. Es gehe darum, die Zahl der Abstürze zu verringern, die Grafik zu verbessern und an der Suchfunktion zu arbeiten. «Die Schwierigkeiten haben einige Leute davon abgehalten, 'Second Life' zu nutzen», sagte er. Der Gründer der in San Francisco ansässigen Firma betonte aber, dass die Entwicklung einer derartigen dreidimensionalen Umgebung sehr komplex sei. Das 150-köpfige Entwicklungsteam habe in den vergangenen Monaten schon einige Verbesserungen erreicht. «Im ersten Quartal 2008 werden wir die Zahl der Abstürze deutlich reduzieren», kündigte er an. Obwohl zahlreiche Unternehmen bereits in «Second Life» präsent sind, hält Rosedale die Plattform bislang nur bedingt als Marketing- Instrument tauglich: «Im Moment haben wir pro Tag 200 000 Nutzer - das ist noch eine kleine Zielgruppe.» Aber bereits heute könne man die Plattform als Kommunikations-Medium nutzen. «Firmen veranstalten Meetings und bringen Leute aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen», nannte er ein Beispiel. Zudem seien inzwischen Hunderte von Universitäten online. «Man kann dort Kurse belegen - das ist nicht nur ein Experiment.»

Rosedale zeigte sich überzeugt, dass sich das Internet in einigen Jahren zu einer virtuellen Welt entwickelt. «Internetseiten mit Texten und Bildern werden aber weiter wichtig sein.» Diese seien möglicherweise in Form von Fenstern in die dreidimensionale Umgebung eingebettet. Eine solche virtuelle Welt werde aber nicht aus einem einzigen geschlossenen System wie «Second Life» bestehen, sondern aus einer Vielzahl von 3D-Plattformen. Daher sei es notwendig, offene Standards zu schaffen, damit beispielsweise Nutzer ihren Avatar mitnehmen könnten. (dpa)

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