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Second Life verliert zahlende Mitglieder

04.09.2007 | 10:53 Uhr |

Die Anzahl der kostenpflichtigen Mitgliedschaften in Second Life (SL) ist im Juli erstmals zurückgegangen. Laut aktuellen Zahlen des Betreibers Linden Lab hat die virtuelle Welt in dem Monat 5810 Premium-Accounts verloren.

Das bedeutet einen Rückgang von rund sechs Prozent gegenüber Juni. Die sinkende Zahl der bezahlenden Mitglieder scheint ein weiterer Beweis für die abflauende Euphorie rund um Second Life zu sein. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden immer häufiger Rufe laut, die virtuelle Welt sei überschätzt worden und halte - insbesondere für Unternehmen - nicht das, was sich diese zuvor davon versprochen hatten.

Dass Second Life zwar bekannt ist, aber dennoch nur von einem minimalen Teil der Menschen genutzt wird, belegt auch eine aktuelle Studie von Dialego. Die Online-Befragung zum Thema Web 2.0-Awareness ergab, dass nur ein Prozent der Deutschen sich regelmäßig dem virtuellen Leben in SL widmet. Zwei Prozent verbringen manchmal und weitere sechs Prozent selten Zeit als Avatar in der Parallelwelt. Bekannt ist Second Life hingegen mittlerweile 71 Prozent der Deutschen, 62 Prozent haben aber noch nie den Schritt in die virtuelle Welt gewagt.

"Der Hauptgrund für den Rückgang bei den Premium-Mitgliedern war die Einführung eines Programm, mit dem Accounts auf Eis gelegt werden, die bei der Bezahlung in Rückstand sind", erklärt Meta Linden, die für die monatlichen Statistiken bei Linden Lab zuständig ist, gegenüber Reuters. Es gebe keinen Zusammenhang mit dem Glücksspielverbot, das im selben Zeitraum in Kraft getreten ist. Aufgrund der sinkenden Premium-Zugänge verringerte sich im Juli auch die Bevölkerungsdichte in Second Life. Mit Ende des Monats kamen auf einen Premium-Account 575 Quadratmeter Land und 50 Quadratmeter auf einen aktiven Nutzer.

Die Gesamtstundenanzahl in der virtuellen Welt stieg um acht Prozent auf über 23 Mio. Das sind um fünf Prozent mehr als noch im Juni. Außerdem wurden 800.000 neue Avatare geschaffen, von denen aber nur 500.000 laut Linden Lab als individuelle Bewohner gelten. Nach wie vor sind die Amerikaner die größte Nationalität in Second Life. In punkto Geschlechterverteilung gab es im Juli wenig Veränderung. Das Verhältnis Mann zu Frau liegt weiterhin etwa bei drei zu eins. (pte/cvi)

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