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Selbst Ex-Windows-Chefentwickler setzt aufs iPad

04.05.2016 | 14:14 Uhr |

Steven Sinofsky war bei Microsoft einst zuständig für die Entwicklung von Windows- und Office-Versionen. Jetzt findet er seinen iPad cool.

Offenbar hat Steven Sinofsky inzwischen eine Menge Zeit, wenn man sich die beeindruckende Länge seines Blog-Eintrags ansieht. Das fängt an mit einer liebevollen Betrachtung seines neuen iPad Pro , das er nach der Gewohnheit, die er schon mit Laptops pflegte, mit einigen Stickern versehen hat – in der Erwartung, dass das iPad möglicherweise seine bisherigen Mobilcomputer (darunter ein Macbook , aber auch ein Microsoft Surface) ersetzen könnte. Entsprechend der Titel seines aktuellen Eintrags: " My Tablet Has Stickers ". Das Fazit, das Sinofsky zieht: Die Investition in die Sticker hat sich für ihn gelohnt, sein iPad Pro mit 9,7 Zoll reicht ihm völlig für seine alltäglichen IT-Aufgaben. Dabei geht es ihm ausdrücklich nicht um eine Diskussion über Betriebssysteme wie Mac, Windows, iOS oder Android. Er wollte einfach herausfinden, ob er im Stil einer "modernen Mobilität-Plattform" über die Runden kommt, einer Bewegung von der Hardware zur Software folgend und einem damit verbundenen "kulturellen Wechsel".

Steven Sinofsky diskutiert verschiedene Argumente pro und contra Tablet, die im Umlauf sind. Beispielsweise sieht er für professionelle Entwickler den Zeitpunkt für einen kompletten Wechsel auf iPad & Co. noch nicht gekommen. Und auch für sich selbst machte er einige Probleme aus, etwa beim Wechseln zwischen Programmen/Apps mittels Cmd-Tab über die angeschlossene Tastatur – iOS würde nur acht Applikationen gleichzeitig in der Liste zulassen. Zudem sind nicht alle Apps schon mit der entsprechenden API ausgestattet, um damit zum Beispiel unmittelbar über andere Apps Inhalte teilen oder sichern zu können. Auch das auf Desktops längst ausgefeilte Copy-and-paste klappe auf den Tablet noch nicht so einwandfrei, vor allem bei Formatierungen. Bei Screenshots stoße man ebenfalls auf Hindernisse, etwa bei der Auswahl von bestimmten Bereichen. Und die "Fragmentation" beim Sichern wichtiger Dateien über verschiedene Cloud-Anbieter sei auch ein Problem. Dazu kommt die nicht immer einwandfreie Kompatibilität mit Tastaturen: Eine Reihe von Apps, sogar solche, die es exklusiv für das iPad gebe, steckten diesbezüglich voller Fehler.

Wirklich tragbar

Dafür findet Sinofsky es auf dem Tablet viel einfacher, zwischen verschiedenen sozialen Apps hin und her zu wechseln, er preist die leichte Verfügbarkeit des Mini-Computers mit der die Möglichkeit, das iPad Pro überall hin mitzunehmen und praktisch auch an jeder Stelle aufladen zu können. Um größere Ansichten zu erhalten, ließe sich leicht ein zweiter Bildschirm nutzen. Es gebe durch das App-Konzept kein Geheddere mehr mit verschiedenen geöffneten Fenstern. Und für Präsentationen sei an Tablet einfach großartig, insbesondere, wenn man Airplay für die Übertragung auf größere Bildschirme nutzen kann.

Wer mehr über den Autor selbst und seine Zeit bei Microsoft erfahren will, kann dies beispielsweise mit diesem Wikipedia-Artikel tun. Warum er gegen Ende 2012 Microsoft plötzlich verließ, ist nicht ganz klar. Spekulationen gehen dahin, dass er in Konflikt mit dem damaligen Microsoft-CEO Steve Ballmer (als dessen Nachfolger er eigentlich gehandelt wurde) geriet, vielleicht wegen der Kritik an und Unbeliebtheit des von ihm maßgeblich mitentwickelten Windows 8.

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