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Selbstfahrende Autos beinahe gecrashed

26.06.2015 | 11:15 Uhr |

Ein Google-Auto hätte um ein Haar ein anderes selbstfahrendes Auto gerammt. Also: Google-Auto gegen Delpi-Auto und Lexus gegen Audi.

Bis jetzt hat das selbstfahrende Google-Auto eine blütenweiße Weste, was Unfälle angeht. Zwar wurden Google-Autos schon einige Male in einen Unfall verwickelt, doch schuld waren immer die anderen Verkehrsteilnehmer, wie man in den offiziellen Einsatz- und Unfall-Berichten von Google nachlesen kann.

Jetzt berichtet Reuters aber von einem Vorfall, bei dem das selbstfahrende Google-Auto ein anderes Auto behindert und zu einem Brems- beziehungsweise Ausweichmanöver gezwungen haben soll. Kurios: Der Beinahe-Unfallgegner war ebenfalls ein selbstfahrendes Auto.

Google-Auto gegen Delpi-Auto - Lexus gegen Audi

Demnach soll am Dienstag ein selbstfahrendes Google-Auto vom Typ Lexus RX ein selbstfahrendes Auto des Automobil-Zulieferers Delphi zum Abbremsen beziehungsweise ausweichen gezwungen haben. Googles Lexus-RX-SUV soll das Delphi-Testfahrzeug vom Typ Audi Q5 (also ebenfalls ein SUV) geschnitten haben, als das Delphi-Fahrzeug gerade die Fahrbahn wechseln wollte. Das Delphi-Fahrzeug habe aber von selbst „geeignete Maßnahmen getroffen“, um einen Unfall zu vermeiden, wie es John Absmeier beschreibt. Auf gut Deutsch: Der Audi Q5 brach den Fahrbahnwechsel ab.

John Absmeier ist der Leiter der Delphi Labs in Mountain View. Die Quelle für den Vorfall ist also nicht gerade neutral. Absmeier war laut eigenen Angaben mit dem betroffenen autonomen Testwagen von Delphi unterwegs.

Die beiden autonomen Fahrzeuge berührten sich nicht, es ist also nichts passiert. Laut Absmeier habe sich das Google-Auto aber falsch verhalten und um ein Haar einen Unfall verursacht. Der Vorfall ereignete sich auf einer öffentlichen Straße, nämlich auf der San Antonio Road in kalifornischen Palo Alto im Silicon Valley. Ganz in der Nähe liegt Mountain View, wo Google seine Konzernzentrale hat.

Delphi ist einer der der wichtigsten Automobil-Zulieferer weltweit. Das US-Unternehmen experimentiert mit eigenen selbstfahrenden Autos, weil es diese Technologie für seine Kunden anbieten will.

Google wollte sich gegenüber Reuters nicht zu dem Vorfall äußern. Es ist das erste Mal, dass ein Beinahe-Zusammenstoß zwischen zwei autonom fahrenden PKWs bekannt wurde.

Der Beinahe-Unfall ereignete sich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Denn seit dieser Woche kurvt das "Google-Ei" , also das von Google selbst entwickelte selbstfahrende Auto, erstmals auf öffentlichen Straßen in Mountain View herum. Google hatte das bereits angekündigt. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Meilen pro Stunde. Wie üblich sitzt zur Sicherheit ein speziell geschulter Google-Mitarbeiter hinter dem Lenkrad. Lenkrad und Brems- sowie Gaspedale sind nach wie vor verbaut, wobei es aber Googles ausdrückliches Ziel ist, diese Bedienelemente im späteren Serienmodell nicht mehr einzubauen.

Dieses Foto soll das seit dieser Woche auf den Straßen um Mountain View fahrende Google-Auto zeigen. Die Aufnahme soll laut unseren Kollegen von PC-World auf der San Antonio Road entstanden sein.
Vergrößern Dieses Foto soll das seit dieser Woche auf den Straßen um Mountain View fahrende Google-Auto zeigen. Die Aufnahme soll laut unseren Kollegen von PC-World auf der San Antonio Road entstanden sein.
© Google

Google setzt derzeit zwei Arten von selbstfahrenden Autos ein: Serienfahrzeuge wie das Lexus-SUV (siehe das Foto oben), die von Google mit zusätzlicher Hardware und Software für das autonome Fahren ausgestattet werden. Diese umgerüsteten Serienmodelle fahren schon seit vielen Jahren auf öffentlichen Straßen herum. Und das komplett neu entwickelte "Google-Ei", das erst seit dieser Woche auf öffentlichen Straßen fährt.

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