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Serie: Alternativen zu MS Office

14.11.2002 | 11:08 Uhr |

Zum Quasi-Standard sind die Formate des Programmpakets aus Redmond geworden. Doch muss es nicht immer nur Word, Excel und Powerpoint sein.


Mac-Anwender haben seit jeher Vorbehalte gegen Microsoft. Die Ablehnung des Betriebssystems aus Redmond führt nicht selten zur Entscheidung, das Office-Paket des gleichen Herstellers nicht auf den Mac zu installieren. Wie es trotz Quasi-Monopol von MS Office auch ohne Microsoft geht, beleuchten wir in einer Serie auf Macwelt.de

Von Jörn Müller-Neuhaus

Microsoft Office ist das wohl wichtigste und zugleich umstrittenste Softwarepaket, das für den Mac auf dem Markt ist. Die Office-Suite mit ihren Bestandteilen Word, Excel, PowerPoint und dem Terminplaner und E-Mailer Entourage hat sich in den Büros als Quasi-Standard etabliert. Firmen tauschen Dokumente intern und extern bevorzugt in den Office-Dateiformaten aus, obwohl sich Formate wie RTF, PDF oder TSC (tab seperated columns) als wahrlich Plattform übergreifend erweisen. Word- oder Excel-Dokumente verstehen aber auch andere Programme.

Erster Teil: Das Quasi-Monopol oder: Office und seine Vor- und Nachteile


Man muss es zugeben: Microsoft gehört zu den Mac-Unterstützern der ersten Stunde. Bereits kurz nach dem Erscheinen des ersten Mac im Jahre 1984 präsentierte Microsoft Word für den Mac und bot damit die erste wirklich professionell nutzbare Textverarbeitung für die neue Plattform an. Das erste brauchbare Tabellenkalkulationsprogramm der Computergeschichte, VisiCalc war eine Entwicklung für den Apple II, Microsofts Excel löste den VisiCalc-Nachfolger Lotus 1-2-3 jedoch Ende der Achtziger Jahre als Marktführer ab. Die Präsentationssoftware Power Point hatte Microsoft 1987 von Forethought übernommen, das unter anderem mit Risikokapital von Apple die Entwicklung finanziert hatte. In den Anfängen genügte nur der Mac den grafischen Ansprüchen der Software, erst 1993 mit Windows 3.1 entwickelte sich das Geschäft mit der Betriebssystem-Plattform aus Redmond. Microsoft schätzt, dass weltweit Powerpoint-Anwender tagtäglich 30 Millionen Präsentationen anfertigen.

Im Laufe der Zeit haben die Microsoft-Produkte fast alle Konkurrenten überlebt - wer erinnert sich schon noch an Full Write, Word Perfect, Lotus 1-2-3, Deltagraph und Konsorten? Mittlerweile ist MS Office so dominierend, dass die Beherrschung dieser Programme in Lehrplänen festgeschrieben und die Kenntnis der Programme als Einstellungsvoraussetzung für Bürojobs aller Art geworden ist.

Trotz dieser Dominanz auf den Computern dieser Welt gibt es für viele Anwender Gründe, ein Office ohne Microsoft-Produkte zu betreiben:

Der Funktionsumfang der in MS Office enthaltenen Programme ist viel zu groß für die Anforderungen. Eine Faustregel sagt, dass 90 Prozent aller Anwender höchstens 10 Prozent der in den Programmen angebotenen Funktionen bedienen können und benötigen.Nicht jeder Anwender braucht alle Programme des Paketes, dessen Vollinstallation unter Mac-OS X satte 200 MB Speicherplatz beansprucht. Viele möchten nur Briefe oder Rechnungen schreiben und benötigen daher weder eine ausgefeilte Fußnoten- und Indexverwaltung in Word, noch haben sie für Powerpoint Verwendung. Andere Anwender benutzen nur Powerpoint und Word, werden aber nie eine Rechentabelle mit Excel anlegen. Einzeln gibt es die Produkte jedoch nicht zu kaufen.MS Office gehört zu den Hochpreisprodukten bei der Mainstream-Software: die aktuelle Version für Mac-OS X kostet fast 700 Euro, was für vielen Anwender eine große Investition bedeuten würde. Und dann gibt es natürlich noch Anwender, die aus "politischen" bzw. emotionalen Gründen aus ihrem Rechner oder Büro eine "Microsoftfreie Zone" machen möchten.

Auf der Suche nach nach Alternativprodukten muss man sich zwei Aspekte vergegenwärtigen. Die Programme dürfen hinsichtlich der gewünschten Funktionalität keien Abstriche machen und sollen beim Datentausch mit anderen Anwendungen und Plattformen eine möglichst hohe Kompatibilität erreichen. Letztere ist deshalb wichtig, weil auf Grund der Verbreitung von MS Office im Geschäftsalltag erwartet wird, dass der Geschäftspartner Dokumente in den Office-Dateiformaten ohne Probleme verwenden kann - wer diese Formate nicht lesen und schreiben kann, wird leicht zum beruflichen Outsider. pm

Lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie zu Office-Alternativen:
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